Trotz Streits um Ostsee-Pipeline Russland und Ukraine nehmen Gespräche über Erdgas-Transit auf

Von dpa

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Der Vertrag über die Lieferung russischen Erdgases über die Ukraine in die EU läuft Ende 2019 aus. Foto: dpaDer Vertrag über die Lieferung russischen Erdgases über die Ukraine in die EU läuft Ende 2019 aus. Foto: dpa

Berlin. Die Pipeline Nord Stream 2 sorgt für Ärger zwischen Kiew und Moskau – dennoch setzt man sich nun wieder an einen Tisch.

Begleitet vom Streit über die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 haben Russland und die Ukraine Gespräche über den Erdgas-Transit durch die Ukraine ab 2020 aufgenommen. Das erste Treffen auf Ministerebene fand am Dienstag unter Vermittlung Deutschlands und der EU in Berlin statt. Bundeswirtschaftminister Peter Altmaier (CDU) sagte anschließend, er verspreche sich davon auch neuen Schwung für den Friedensprozess in der Ostukraine, wo sich russische Separatisten und Regierungstruppen seit vier Jahren bekämpfen. Die ersten Gespräche hätten in einer "sachlichen und konstruktiven Atmosphäre" stattgefunden.

Der Vertrag über die Lieferung russischen Erdgases über die Ukraine in die Europäische Union läuft Ende 2019 aus. Für den ukrainischen Staat geht es um eine zentrale Einnahmequelle. 2017 machte der Staatskonzern Naftogaz mit dem Transit von fast 94 Milliarden Kubikmetern Gas nach Westeuropa knapp 1,1 Milliarden Euro Gewinn; das entspricht mehr als vier Prozent der staatlichen Einnahmen.

Streit um Pipeline Nord Stream 2 durch die Ostsee

Nun befürchtet Kiew, dass die Einnahmen durch den geplanten Bau der 1200 Kilometer langen Pipeline Nord Stream 2 von Russland nach Deutschland durch die Ostsee einbrechen könnten. Der Pipeline-Bau wird auch von den USA scharf kritisiert und ist innerhalb der EU hoch umstritten. Kritiker befürchten eine Abhängigkeit von russischer Energie. Russland sieht das anders und spricht von beiderseitigen Vorteilen. Zudem hält Moskau die Infrastruktur in der Ukraine für veraltet.

An dem Gespräch in Berlin nahmen neben Altmaier der ukrainische Außenminister Pawel Klimkin, der russische Energieminister Aleksandr Nowak und EU-Vizepräsident Maros Sefcovic teil.


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