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16.07.2018, 18:32 Uhr KOMMENTAR

Merkels Besuch im Pflegeheim war längst überfällig

Kommentar von Kristina Müller

Mit ihrem Besuch in einem Pflegeheim löst Angela Merkel (rechts) ein Wahlversprechen ein. Foto: dpa/Friso GentschMit ihrem Besuch in einem Pflegeheim löst Angela Merkel (rechts) ein Wahlversprechen ein. Foto: dpa/Friso Gentsch

Osnabrück. Vor Wahlen versprechen Politiker gerne viel – dass Angela Merkel jetzt eines ihrer Versprechen an einen Bürger aus dem Bundestagswahlkampf einhält, ist löblich. Solch ein Besuch in einem Pflegeheim war schon längst überfällig.

Realitätsferne ist schließlich das, was Kritiker den Akteuren in der Berliner Politikblase immer wieder vorwerfen: Fernab vom Alltag der Bürger würden die Abgeordneten über Probleme diskutieren, ohne dass sie auch nur ansatzweise erahnen könnten, wie es vor Ort tatsächlich aussieht.

Mit dem Besuch zeigt Merkel zumindest ein wenig Bürgernähe und – viel wichtiger – auch Wertschätzung. Umso besser, dass die Stippvisite gemeinsam mit einem Pfleger erfolgt, der ein idealer Botschafter für den Beruf ist. Ferdi Cebi, der die Bundeskanzlerin nach seinen kritischen Fragen in einer Wahlkampf-Show ins Pflegeheim eingeladen hatte, übt seinen Beruf mit Herzblut und Spaß aus – genau das richtige Vorbild, um zu zeigen, wie attraktiv dieses Metier sein kann. Beeindruckt hat der junge Mann sichtlich auch Merkel. Auch sie lenkt ein, dass die Regierung daran mitarbeiten muss, die Situation in der Pflege zu verbessern. Es braucht allerdings mehr als eine einheitliche Tarifbindung, wie Gesundheitsminister Jens Spahn sie vorschlug. Jetzt muss aber auch dieses Versprechen erst einmal eingelöst werden.


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