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"Sauberer als jemals zuvor" - "Akzeptanzprobleme schade" Bundesumweltministerin Schulze verteidigt den Diesel

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Die SPD-Politikerin Svenja Schulze bekleidet seit März das Amt der Bundesumweltministerin und folgte auf Barbara Hendricks. Ihr privater Lebensmittelpunkt ist Münster, wosie stadttypisch bevorzugt Fahrrad fährt. Foto: dpa/GescherDie SPD-Politikerin Svenja Schulze bekleidet seit März das Amt der Bundesumweltministerin und folgte auf Barbara Hendricks. Ihr privater Lebensmittelpunkt ist Münster, wosie stadttypisch bevorzugt Fahrrad fährt. Foto: dpa/Gescher

Osnabrück. Jahrelang wurde der Diesel gerade von Umweltschützern scharf kritisiert. Nun hat sich Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) bei den Verteidigern der Technologie untergehakt. Die Akzeptanzprobleme des Diesels seien bedauerlich, die neuesten Motorversionen ebenso sauber wie sinnvoll, sagte sie unserer Redaktion. Der VDA reagierte erfreut.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze hat eine Lanze für die moderne Dieseltechnologie gebrochen. „Wir brauchen den Diesel. Unter dem Gesichtspunkt des Umweltschutzes ist es schade, dass er inzwischen so große Akzeptanzprobleme hat“, sagte die Sozialdemokratin. 

Der Dieselantrieb neuer Euro-6d-Fahrzeuge ist laut der Ministerin „sauberer als jemals zuvor, er hat den besseren Verbrauch und den niedrigeren Kohlendioxidausstoß“. Zudem verwies Schulze auf die aktualisierten Abgasnormen und Abgastests im realen Straßenverkehr statt auf dem Prüfstand, die von modernsten Euro-6d-Motoren „nachweislich eingehalten“ würden.

Hintergrund des Plädoyers der Ministerin ist die Erwartung, dass selbst bei einer schnellen Markteinführung von Elektrofahrzeugen der Anteil der Verbrennungsmotoren auch im Jahr 2030 noch erheblich sein dürfte. „Daher kommt dem Diesel als Übergangstechnologie eine große Bedeutung für den motorisierten Individual- und Frachtverkehr in Europa zu – und das ist auch sehr sinnvoll“, sagte Schulze.

VDA erfreut

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) reagierte positiv auf die Aussagen der SPD-Politikerin, aus deren Behörde in den vergangenen Jahren immer wieder auch scharfe Kritik an der Branche und am Diesel gekommen war. „Die Diskussion um den Diesel sollte wieder Maß und Mitte finden, damit die Verunsicherung bei den Autofahrern rasch beendet wird“, sagte VDA-Präsident Bernhard Mattes unserer Redaktion. „Die neueste Generation des Diesels ist sehr sauber und sparsam. Angesichts unterschiedlicher Kundenwünsche auf den Weltmärkten, einer unsicheren Entwicklung bei der Elektromobilität und immer schärferen Klimaschutzanforderungen bleibt der moderne Diesel noch für etliche Jahre integraler Teil einer zeitgemäßen Antriebsstrategie“, sagte Mattes. 

Die Bundesumweltministerin weise daher zu Recht auf die umweltpolitische Bedeutung des modernen Diesel hin. „Diesel-Pkw verbrauchen bis zu 25 Prozent weniger Kraftstoff und stoßen bis zu 15 Prozent weniger CO2 aus als vergleichbare Benziner. Deswegen verbessern mehr Dieselneuzulassungen die Klimabilanz des Verkehrs.“ Auch hätten moderne Diesel nur noch sehr geringe Stickoxidemissionen. 


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