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15.07.2018, 15:22 Uhr KOMMENTAR

Geld für häusliche Pflege: Gute Ergänzung

Kommentar von Stefanie Witte

Die meisten Pflegebedürftigen werden zu Hause versorgt. Foto: dpaDie meisten Pflegebedürftigen werden zu Hause versorgt. Foto: dpa

Osnabrück. Von einem einkommensabhängigen Pflegegeld würden alle profitieren: Das Land, das händeringend Pfleger sucht. Angehörige, die schnelle Hilfe brauchen. Und Pflegebedürftige, die ohne selbige schlimmstenfalls in menschunwürdigen Zuständen leben müssen. Ein Kommentar.

Der Vorschlag des Sozialverbandes VdK ist sinnvoll und konstruktiv. Bis die Pflegeoffensive des Gesundheitsministers irgendwann greifen könnte wird noch viel Zeit vergehen. Das Problem ist aber akut.

Auch wenn sich eine Unterstützung von bis zu 1800 Euro nach hohen Kosten anhört: Dem Staat würde ein solches Konzept Ausgaben ersparen. Denn es ist meist wesentlich kostengünstiger, zu Hause von Angehörigen pflegen zu lassen, als in einem Heim.

Alte Menschen weniger wert?

Bislang können junge Eltern doppelt so viel Geld pro Monat bekommen wie pflegende Angehörige. Da darf man zurecht fragen, ob alte Menschen weniger wert sind. Zumal sich die Geburt eines Kindes und anschließende Auszeiten naturgemäß besser planen lassen, als wenn jemand plötzlich zum Pflegefall wird. Ein Pflegegeld müsste daher flexibel und unbürokratisch organisiert werden. Auch eine bessere Vernetzung mit ambulanten und stationären Angeboten tut Not.

Am Wochenende sprach Bundeskanzlerin Angela Merkel davon, dass pflegende Angehörige „Helden unseres Alltags sind“. Höchste Zeit, das zu honorieren.


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