Zwölf Jahre nach Baustart Das sind bislang die Kosten für den Bau des BER-Flufhafens

Von Kristina Müller

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Der „Pannen-Flughafen“ ist deutschlandweit ein Symbol für Fehlplanung und Missmanagement. Archivfoto: dpa/Patrick PleulDer „Pannen-Flughafen“ ist deutschlandweit ein Symbol für Fehlplanung und Missmanagement. Archivfoto: dpa/Patrick Pleul

Osnabrück. Seit nunmehr zwölf Jahren zieht sich der Bau des neuen Hauptstadtflughafens BER in Schönefeld bei Berlin hin, und die Kosten steigen immer weiter in die Höhe. Auch mit der Eröffnung ist es mit der Finanzierung noch nicht vorbei.

Warum wird der Flughafen einfach nicht fertig?

Ursprünglich war die Eröffnung des Flughafens für Ende 2011 geplant. Immer wieder wurde der Termin allerdings verschoben. Grund dafür waren massive Baumängel und Planungsfehler. Besonders der Brandschutz stellte sich als größte Hürde heraus: Mängel an der Verkabelung, Programmierung und vor allem massive Planungsfehler führten zu Bauverzögerungen. Momentan ist die Eröffnung für Oktober 2020 geplant.

Wie viel Geld verschlingt der BER?

Geplant waren beim ersten Spatenstich 2006 noch Kosten in Höhe von zwei Milliarden Euro. Dieser Betrag hat sich seitdem allerdings mehr als verdreifacht: Der Finanzrahmen liegt aktuell bei rund 6,5 Milliarden Euro.

Und woher kommt das Geld?

Gesellschafter sind die Länder Berlin und Brandenburg mit Anteilen zu je 37 Prozent sowie der Bund zu 26 Prozent. Finanziert wird der Flughafen demnach zum Teil mit Steuermitteln als Kapitalzuschüsse oder Gesellschafterdarlehen. Einen kleinen Teil tragen auch die Eigenmittel des Unternehmens bei. Der Großteil der Kosten wird über staatlich verbürgte Kredite privater und öffentlicher Banken gedeckt.

Wie viel muss darüber hinaus noch investiert werden?

Mit der Eröffnung ist die Odyssee noch lange nicht beendet, denn anschließend soll der Flughafen ausgebaut werden, weil die Kapazitäten schon jetzt absehbar nicht ausreichen. Benötigt werden dafür weitere Darlehen der Eigentümer Bund, Berlin und Brandenburg für die Betreibergesellschaft in Höhe von 508 Millionen Euro in den Jahren 2020 bis 2022. Berlin und Brandenburg haben noch nicht entschieden, ob und wie sie sich beteiligen werden.

Welche Konsequenzen werden aus den Fehlern gezogen?

Im Laufe der Bauzeit gab es diverse Wechsel auf der Führungsebene: Mit Engelbert Lütke Daldrup ist seit März 2017 nun der vierte Flughafenchef im Amt. Seit etwa einer Woche überprüft auch ein neuer Untersuchungsausschuss die Kosten- und Terminüberschreitungen beim Pannen-Flughafen.

Wie ist der aktuelle Stand?

Die letzte fehlende Baugenehmigung wurde schließlich im März dieses Jahres erteilt. Dabei ging es um den Brandschutz in der Ebene zwischen dem Fluggastgebäude und dem unterirdischen Flughafenbahnhof. Für den Brandschutz im Terminal soll die Steuerung im Dezember abgeschlossen werden. Die Software wird dafür neu programmiert, Schaltschränke werden umgebaut. Die Arbeiten an den Sprinklern sollen im August fertig sein. Auch an Brandmeldern und Stromversorgung werden noch Mängel beseitigt. Die sogenannten Wirk-Prinzip-Prüfungen des Zusammenspiels der technischen Anlagen im Flughafen können voraussichtlich erst im Mai oder Juni 2019 beginnen.

Derweil können Touristen bei einer Tour mit dem Bus über das Gelände den Flughafen besichtigen, bevor es dann irgendwann mit dem Flieger von dort in die Lüfte geht.

(mit dpa)


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