Vergeltungsschläge auf Hamas-Ziele Israel: Größter Tageslicht-Angriff seit 2014 nach Attacken aus Gaza

Von dpa

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Tränengaskanister fallen am Freitag an der Grenze zu Israel in eine protestierende Menge. Israels Luftwaffe flog am Samstag als Reaktion auf Attacken aus dem Küstenstreifen massive Luftangriffe auf Dutzende Hamas-Ziele. Foto: dpa/Khalil Hamra/APTränengaskanister fallen am Freitag an der Grenze zu Israel in eine protestierende Menge. Israels Luftwaffe flog am Samstag als Reaktion auf Attacken aus dem Küstenstreifen massive Luftangriffe auf Dutzende Hamas-Ziele. Foto: dpa/Khalil Hamra/AP

Tel Aviv/Gaza. Militante Palästinenser feuern Dutzende Raketen und Mörsergranaten auf israelisches Gebiet. Israel bombardiert Dutzende Hamas-Ziele in dem schmalen Küstenstreifen. Eine neue Runde der Gewalt wird befürchtet.

Der Schlagabtausch zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden Hamas ist erneut gefährlich eskaliert. Israels Luftwaffe flog am Samstag als Reaktion auf Attacken aus dem Küstenstreifen massive Luftangriffe auf Dutzende Hamas-Ziele. Es handele sich um "den größten Tageslicht-Angriff" seit dem Gaza-Krieg im Sommer 2014, sagte der israelische Armeesprecher Jonathan Conricus.

Militante Palästinenser feuerten den Angaben zufolge 20 Mörsergranaten und Raketen auf israelisches Gebiet ab, zusätzlich zu 35 Geschossen in der Nacht. Hamas-Sprecher Fausi Barhum sagte, man wolle damit eine "klare Botschaft senden" und "den Feind dazu zwingen, die Eskalation zu stoppen".

Am Freitag war bei gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der israelischen Armee an der Gaza-Grenze ein palästinensischer Jugendlicher getötet worden. Mehr als zwei Dutzend Menschen wurden nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums in Gaza verletzt. Ein 20-Jähriger erlag den Angaben zufolge am Samstag seinen Verletzungen. Israel hatte bereits in der Nacht Hamas-Ziele angegriffen, darunter zwei Angriffstunnel. Allein in einer dritten Welle tagsüber seien 40 militärische Hamas-Ziele bombardiert worden, sagte Conricus. Das Hauptquartier eines Hamas-Bataillons in Beit Lahia im Norden des Gazastreifens sei komplett zerstört worden, ebenso wie ein logistisches Zentrum mit Helium-Vorräten.

Gewalt nehme zu

Conricus sprach von "Vergeltung der israelischen Armee gegen die Hamas". Seit Monaten verübe die radikalislamische Palästinenserorganisation Terrorangriffe auf Israel. Der Armeesprecher nannte die Angriffe mit Brand-Drachen, Attacken am Grenzzaun sowie die Angriffe mit Raketen und Mörsergranaten. Zuletzt habe die Gewalt zugenommen, sagte Conricus.

"Unsere Botschaft an die Hamas ist: Wir können und werden die Intensität unserer Angriffe steigern", sagte der Sprecher. "Die Hamas drängt die Bevölkerung des Gazastreifens immer weiter an den Rand des Abgrunds." Er betonte, es seien nur militärische Ziele angegriffen und die Bevölkerung in arabischer Sprache gewarnt worden.



Die Palästinenser protestierten am Freitag gegen die geplante Räumung eines Beduinendorfs im Westjordanland durch Israel. Tausende Palästinenser hätten im Gazastreifen an der Grenze zu Israel Granaten, Sprengsätze und Brandbomben geworfen, teilte die Armee mit. Soldaten hätten einen Versuch bemerkt, den Sicherheitszaun zu durchbrechen, und daraufhin das Feuer eröffnet.

Bei einer Handgranaten-Attacke auf eine israelische Militäreinheit nahe der Grenzstadt Rafah sei ein israelischer Soldat an der Brust verletzt worden. Seit dem 30. März haben israelische Soldaten bei teils gewaltsamen Protesten an der Gaza-Grenze nach palästinensischen Angaben rund 140 Menschen getötet. Viele davon waren Hamas-Mitglieder.

Die Palästinenser fordern ein Ende der vor mehr als zehn Jahren verhängten Gaza-Blockade und ein Rückkehrrecht in das israelische Staatsgebiet. Sie beziehen sich dabei auf Flucht und Vertreibung Hunderttausender im Zuge der israelischen Staatsgründung 1948.


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