450 Migranten an Bord Italien verweigert sich erneut Flüchtlingsschiff

Von dpa

Flüchtlinge aus Afrika auf dem Mittelmeer. Symbolfoto: Emilio Morenatti/AP/dpaFlüchtlinge aus Afrika auf dem Mittelmeer. Symbolfoto: Emilio Morenatti/AP/dpa

Rom. Das Schiff auf dem Mittelmeer mit 450 Flüchtlingen an Bord steuert auf Lampedusa zu, doch dort darf es nicht anlegen.

Malta und Italien streiten erneut um ein Schiff mit Migranten an Bord. Das Boot mit rund 450 Flüchtlingen war auf dem Mittelmeer unterwegs. Das Boot sei in maltesischen Gewässern gewesen, deshalb müsse sich Malta darum kümmern, erklärte Italiens Innenminister Matteo Salvini am Freitagabend auf Twitter. "Malta, die Schlepper und die Gutmenschen ganz Italiens und der ganzen Welt sollen wissen, dass dieses Schiff in einen italienischen Hafen nicht einfahren kann und darf."


Italienische Medien berichteten, dass das große Fischerboot nun Richtung der italienischen Insel Lampedusa fahre. Das Schiff sei 53 Seemeilen vor Lampedusa und 110 Seemeilen von Malta entfernt gewesen, als die Seenotrettungsstelle in Malta informiert worden sei, so ein Regierungssprecher in Valletta. Malta habe keine Befugnis, Anweisungen zu geben.

Schiff ist angeblich aus Holz und zweistöckig

Unklar war, um was für ein Boot es sich genau handelt und wer es steuerte. Laut Medien handelt es sich um ein zweistöckiges Holzschiff. Das wäre eine neue Entwicklung, denn seit langem legten vor allem Schlauchboote in Libyen ab, mit denen es nicht möglich gewesen wäre, eigenständig in Italien anzukommen.

Italien hat Hilfsorganisationen die Einfahrt in die Häfen des Landes verwehrt. Auch die Insel Malta sieht sich nicht für die Aufnahme zuständig. Derzeit sind keine privaten Seenotretter auf dem Mittelmeer unterwegs. Ihnen wird vorgeworfen, indirekt den Schleppern in die Hände zu spielen, indem sie die Migranten von den schrottreifen Booten retteten und nach Italien bringen. Auch andere Schiffe mit geretteten Migranten waren bereits mehrere Tage auf dem Meer blockiert.