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13.07.2018, 17:18 Uhr TRUMPS BREXIT-ATTACKEN

Warum der US-Präsident den Briten gerade noch gefehlt hat

Kommentar von Marion Trimborn

US-Präsident Donald Trump (l.) stürzt die britische Premierministerin Theresa May (r.) in ein Dilemma.  Foto: Jack Taylor/AFPUS-Präsident Donald Trump (l.) stürzt die britische Premierministerin Theresa May (r.) in ein Dilemma. Foto: Jack Taylor/AFP

Osnabrück. Dass Donald Trump kein Blatt vor den Mund nimmt, ist bekannt. Die Art, wie er sich in den Brexit einmischt, ist aber der Gipfel der Unverschämtheit. Der US-Präsident pfuscht der britischen Regierung ins Handwerk - und richtet Chaos an. Ein Kommentar

Als wenn die Briten nicht schon genug Probleme hätten. Jetzt kommt auch noch ein US-Präsident dazu, der alles besser weiß. Entgegen aller diplomatischen Regeln mischt Donald Trump sich großspurig in die inneren Angelegenheiten Großbritanniens ein, eine Dreistigkeit ohnegleichen. Sein Ratschlag, ein harter Brexit wäre doch das richtige, stürzt Regierungschefin Theresa May in ein Dilemma.

Sie kann jetzt nur noch zwischen Pest und Cholera wählen. Entweder bleibt May bei ihrer Linie eines weichen Brexit im EU-Handelsgeflecht und riskiert den Bruch mit den USA. Oder sie folgt Trumps Rat und führt ihr Land krachend aus der EU - was ein gigantisches Risiko für die Wirtschaft wäre. Weiß Trump eigentlich noch, was er tut? Das fragen sich immer mehr Politiker rund um den Globus.

In jedem Fall hat er es wieder mal geschafft, größtmögliches Chaos anzurichten. Seine Attacken geben den Hardlinern in London Rückenwind, die nun noch heftiger gegen May vorgehen können. Dass Theresa May über diese Spannungen hinweg ihr Amt retten kann, wird immer unwahrscheinlicher. Aber selbst in ihrer Partei traut sich derzeit niemand, das schwere Brexit-Erbe anzutreten. Auch der Volkstribun Boris Johnson nicht, den Trump unverschämterweise als neuen Premier empfiehlt. Vielleicht, weil Johnson genau so tumb wie Trump an dieses Thema heran geht? Armes Großbritannien.


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