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11.07.2018, 11:27 Uhr KOMMENTAR

Beate Zschäpe: Schuldig, aber das nicht allein

Ein Kommentar von Burkhard Ewert


Zehnfacher Mord: Die Angeklagte Beate Zschäpe wurde für die Taten der rechten Terrorzelle Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) verurteilt. Die Gruppe hatte zwischen den Jahren 2000 und 2007 zehn Menschen in Deutschland ermordet. Foto: Peter Kneffel/dpaZehnfacher Mord: Die Angeklagte Beate Zschäpe wurde für die Taten der rechten Terrorzelle Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) verurteilt. Die Gruppe hatte zwischen den Jahren 2000 und 2007 zehn Menschen in Deutschland ermordet. Foto: Peter Kneffel/dpa

Osnabrück. Beate Zschäpe ist schuldig. Aber nicht sie allein. Für das Bagatellisieren von Gewalt gegen Ausländer darf es kein Verständnis geben, für Selbstzufriedenheit der angeblich so akkuraten deutschen Verwaltung ebenfalls nicht. Ein Kommentar.

Der NSU-Prozess hat in den vergangenen fünf Jahren verdeutlicht, mit welcher Bräsigkeit Beamte und Behörden die beispiellose Serie rechtsextremer Morde in Deutschland begünstigt, ja überhaupt erst ermöglicht haben. 

Aber auch sie waren nicht die einzigen, die versagt haben. Letztlich war es die gesamte Gesellschaft, die auf dem rechten Auge blind war und kranke Taten dieser Dimension nicht für möglich hielt - und das ist noch die freundliche Erklärung dafür, dass die Morde vielfach nicht als Terror erkannt, oftmals nicht besonders beachtet wurden. Denn es gibt da noch diesen anderen Grund. Mag er groß sein, mag er klein sein, in jeden Fall haben sich viele Bürger und auch Medien nicht für ermordete türkische Imbissbudenbesitzer und Blumenhändler interessiert und ihre Tode stereotyp in die Kategorie Milieu einsortiert. Pech gehabt, Kanaken halt. Bestimmt Dealer oder so, Mafia, Spielschulden, sich mit der falschen Frau eingelassen. An alles Mögliche dürften die Menschen vorschnell, abgestumpft und letztlich rassistisch gedacht haben, nicht aber an rechten Terror eines dumpfen, deutschen Netzwerks.

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Schuldig sind deshalb Zschäpe und ihre damaligen Mittäter nicht allein. Für das gesellschaftliche Bagatellisieren von Gewalt gegen Ausländer darf es kein Verständnis geben, für Selbstzufriedenheit der angeblich so akkuraten deutschen Verwaltung ebenfalls nicht. Auch die Aufarbeitung des NSU-Systems sollte mit dem Urteil gegen Zschäpe nicht als erledigt gelten. Die Taten wirken weiter - hoffentlich auch die Lehren. 

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