Neue Nowitschok-Vergiftung Linke bezweifelt Verantwortung Russlands für Fall Skripal

Erneut ein Vorfall mit dem  Kampfstoff Nowitschok in Südengland. Die Linken Fraktions-Vize Dagdelen bezweifelt, dass Russland hinter einem ähnlichen Vergiftungsfall auf den russischen Ex-Spion Skripal steckt. Foto: Steve Parsons/dpaErneut ein Vorfall mit dem Kampfstoff Nowitschok in Südengland. Die Linken Fraktions-Vize Dagdelen bezweifelt, dass Russland hinter einem ähnlichen Vergiftungsfall auf den russischen Ex-Spion Skripal steckt. Foto: Steve Parsons/dpa

Osnabrück. Nach dem erneuten Zwischenfall mit dem Kampfstoff Nowitschok im britischen Salisbury bezweifeln die Linken mit Nachdruck die Verantwortung Russlands für den angeblichen Giftanschlag auf den russischen Ex-Spion Sergej Skripal und seine Tochter

Die stellvertretende Vorsitzende der Linken-Bundestagsfraktion, Sevim Dagdelen, sagte unserer Redaktion: „Bis heute bleibt die Bundesregierung die Beweise für eine alleinige Verantwortung Russlands im Fall Skripal schuldig.“ Notwendig seien „unabhängige Untersuchungen und tatsächliche Aufklärung statt Informationsverweigerung und politisch motivierte Vorverurteilung.“

„Regierung muss Informationen offen legen“

Dagdelen forderte die Bundesregierung auf, den Bundestag und die Öffentlichkeit endlich zu informieren, ob neben Russland auch Deutschland und andere Staaten in den Besitz des Kampfstoffes Nowitschok gelangt seien. Die Linken-Vize-Fraktionschefin sagte: „Es ist beklemmend, dass offenbar eine Personengruppe im Besitz des Nervengiftes Nowitschok ist und dieses zum Einsatz bringen kann.“

Fall Skripal bleibt ungeklärt

Am Donnerstag war in Salisbury ein Paar an Nowitschok erkrankt. Die beiden sind nach ersten Informationen aber nicht Opfer eines gezielten Anschlags geworden. Die britische Polizei prüft einen möglichen Zusammenhang mit dem Fall Skripal. Der Ex-Doppelagent und seine Tochter waren am 4. März bewusstlos auf einer Bank im gleichen Ort in Südengland gefunden worden und lagen danach wochenlang im Krankenhaus.

Die britische Regierung macht Russland für den Giftanschlag verantwortlich und geht davon aus, dass dabei ein Nervengift der Nowitschok-Gruppe aus sowjetischer Produktion zum Einsatz kam. Russland weist die Vorwürfe vehement zurück. Der Fall führte zu einem tiefen Zerwürfnis zwischen Russland und Großbritannien, das von anderen EU-Staaten wie Deutschland unterstützt wurde. So wiesen mehrere Länder, darunter auch die Bundesregierung, russische Diplomaten aus.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN