Umweltzerstörung Kongo will Ölbohrungen in geschützten Nationalparks erlauben

Von dpa

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Ein Berggorilla im Gehege des "Senkwekwe"-Zentrum, des weltweit einzigen Waisenhauses für solche Menschenaffen im Virunga-Nationalpark im Kongo. Foto: Jürgen Bätz/dpaEin Berggorilla im Gehege des "Senkwekwe"-Zentrum, des weltweit einzigen Waisenhauses für solche Menschenaffen im Virunga-Nationalpark im Kongo. Foto: Jürgen Bätz/dpa

Kinshasa. Betroffen von den Probebohrungen wäre auch das größte Regenwald-Schutzgebiet der Welt.

Der Kongo will Ölbohrungen in Teilen geschützter Nationalparks erlauben, in denen unter anderem vom Aussterben bedrohte Berggorillas und andere gefährdete Menschenaffen leben. Die Parks sind wegen ihrer einzigartigen Ökosysteme Unesco-Welterbestätten.

Bohrungen im größten Regenwald-Schutzgebiet der Welt

Im östlichen Virunga-Nationalpark soll ein Fünftel der Parkfläche für Ölbohrungen freigegeben werden, wie es in einem Kabinettsbeschluss hieß. Auch im zentralen Salonga-Park, der im Kongo-Becken liegt und als eines der größten Regenwald-Schutzgebiete der Welt gilt, sollen Bohrungen erlaubt werden, hieß es in dem am Freitagabend bekanntgewordenen Beschluss des Ministerrats.

Zunächst soll es um Probebohrungen gehen. Bislang ist nicht bekannt, ob sich eine internationale Ölfirma bereits Rechte in den betroffenen Gebieten gesichert hat. Die Aktivisten der Gruppe Global Witness hatten im Mai bereits vor dem Plan der Regierung gewarnt.

Britische Firma prüfte Möglichkeit von Ölbohrungen

Der für seine große Artenvielfalt bekannte Virunga-Nationalpark ist etwa drei Mal so groß wie das Saarland. Dort sind rund ein Viertel der noch lebenden Berggorillas (Gorilla beringei beringei) zu Hause. Der Salonga mit einer Fläche von etwa 36.000 Quadratkilometern – etwa die Größe Baden-Württembergs – ist unter anderem Heimat der Zwergschimpansen (Pan paniscus).

Eine britische Firma, Soco International, hatte bereits vor einigen Jahren im Virunga-Nationalpark im Bereich des Edwardsees die Möglichkeit von Ölbohrungen geprüft. Ein internationaler Aufschrei – unterstützt von einem Oscar-nominierten Dokumentarfilm – führte jedoch zur Kehrtwende. Soco zog sich 2014 aus dem Kongo zurück.




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