Verlegung nach Polen? Medienbericht: USA könnten Soldaten aus Deutschland abziehen

Von Maximilian Matthies

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US-Soldaten bei einer militärischen Zeremonie in den Storck-Barracks in Illesheim (Bayern). Foto: Nicolas Armer/dpaUS-Soldaten bei einer militärischen Zeremonie in den Storck-Barracks in Illesheim (Bayern). Foto: Nicolas Armer/dpa

Washington. Für Donald Trump ist die Nato "überflüssig". Nun droht er den Partnern sogar mit einem Truppenabzug. Meint er es ernst?

Die USA könnten einen Großteil ihrer rund 35.000 in Deutschland stationierten Soldaten abziehen. Das berichtet die US-Zeitung "Washington Post". Auch eine Verlegung des gesamten oder eines Teils des Truppenkontigents nach Polen sei demnach möglich.

Die Idee eines Truppenabzugs soll US-Präsident Donald Trump bei einem Treffen mit Militärberatern und Vertretern des Weißen Hauses geäußert haben. Bei den europäischen Nato-Mitglieder habe die Nachricht laut dem Bericht für Unruhe gesorgt. Sie versuchten zu klären, ob Trump es ernst meine oder eine mögliche Truppen-Neustrukturierung vor allem als Druckmittel im Vorfeld des Nato-Gipfels im Juli einsetzen wolle.

Brief von Trump an acht Nato-Staaten

Erst am Freitag hatte der US-Präsident nach Angaben des belgischen Ministerpräsidenten Charles Michel acht europäische Nato-Mitglieder in einem Brief aufgefordert, ihre Zusagen für eine Erhöhung ihrer Verteidigungsausgaben zu erfüllen. Trump kritisiert die Nato-Partner regelmäßig wegen ihrer seiner Ansicht nach zu geringen Ausgaben für Verteidigung. Auch hatte er das Verteidigungsbündnis bereits als "überflüssig" bezeichnet. Die aktuelle-Politik steigert nach Ansicht vieler EU-Staaten die Notwendigkeit, sich unabhängiger von den USA zu machen.

Dementi des Pentagon

Das US-Verteidigungsministerium wies den Medienbericht zurück. Der Nationale Sicherheitsrat habe vom Verteidigungsministerium keine Analyse der Kosten einer Verlegung von in Deutschland stationierten US-Truppen erbeten, sagte ein Pentagon-Sprecher am Freitagabend.

Regierungsmitarbeiter betonten, bei den Überlegungen handele es sich nur im eine interne Prüfung der Möglichkeiten. Die Spitze des Pentagons sei derzeit nicht mit der Frage befasst.

Das Pentagon überprüfe regelmäßig die Positionierung der Streitkräfte und stelle Kosten-Nutzen-Rechnungen an, sagte ein Sprecher. Dies sei nicht neu. "Deutschland beherbergt die größte US-Truppenpräsenz in Europa – wir bleiben in den gemeinsamen Werten und den starken Beziehungen zwischen unseren Ländern tief verwurzelt", sagte er. Die USA stünden weiterhin voll zu dem Nato-Verbündeten Deutschland und zum Verteidigungsbündnis.

In Deutschland sind seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs US-Soldaten stationiert.

(Mit Material der dpa)


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