Gewässer verunreinigt, Müll illegal entsorgt Umweltkriminalität: Mehr als 15.000 Ermittlungsverfahren

Von Dirk Fisser

Illegal entsorgte Autoreifen. Foto: dpaIllegal entsorgte Autoreifen. Foto: dpa

Osnabrück. Es geht um Gewässerverunreinigung oder illegal entsorgten Abfall: Mehr als 15.000 derartige Ermittlungsverfahren haben Staatsanwaltschaften 2016 abgeschlossen.

Die Zahl der Ermittlungsverfahren wegen Umweltdelikten ist in Deutschland zum ersten Mal seit Jahren wieder rückläufig. Das zeigen Daten der Staatsanwaltschaften, die die Bundesregierung jetzt auf Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion veröffentlicht hat und unserer Redaktion vorliegt. Demnach erledigten Staatsanwaltschaften im Jahr 2016 insgesamt 15931 Ermittlungsverfahren – der niedrigste Wert seit 2012. Ein Jahr zuvor waren es laut Bundesregierung noch 17.349 Verfahren. Das Justiz-Ministerium will daraus aber keinen Trend ableiten. Staatssekretär Christian Lange verweist darauf, dass Umweltkriminalität sogenannte Kontrollkriminalität sei. „Fallzahlen korrelieren in der Regel mit Anzahl und Qualifikation des zur Überwachung eingesetzten Personals.“

Grüne: Geringes Risiko für Kriminelle

In den meisten Fällen handelte es sich um Gewässerverunreinigungen oder unerlaubten Umgang mit Abfällen. Fast alle Beschuldigten wurden demnach zu Geldstrafen verurteilt. Steffi Lemke, naturschutzpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, sagte: „Bei einem geringen Risiko überhaupt entdeckt zu werden, wird auch in Deutschland Profit auf Kosten von Umwelt und Natur erzielt.“ Umweltkriminalität sei ein globales Problem mit professionell agierenden Verbrechern, so Lemke. Auch das Justizministerium schreibt, dass auf Ebene der Umweltverwaltungen „in verschiedenen Bereichen […] ein Trend zur Beteiligung Organisierter Kriminalität an Umweltdelikten“ vermutet werde.