Studie der Bertelsmann-Stiftung Armutsrisiko bei Kindern hängt von Arbeitsstelle der Mutter ab

Von dpa

Meine Nachrichten

Um das Thema Politik Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Kinderarmut ist auch in Deutschland ein Problem. Foto: Imago/PhotothekKinderarmut ist auch in Deutschland ein Problem. Foto: Imago/Photothek

Gütersloh. Für Kinder ist es finanziell entscheidend, ob ihre Mutter arbeitet – und das nicht nur bei Alleinerziehenden.

Kinder von alleinerziehenden Frauen sind besonders oft von Armut bedroht, wenn ihre Mütter über einen längeren Zeitraum ohne Vollzeitjob bleiben. Laut einer am Mittwoch vorgestellten Studie der Bertelsmann-Stiftung werden Armutserfahrungen dann verhindert, wenn eine alleinerziehende Mutter mehr als 30 Wochenstunden arbeitet.

Fehlt der Job, wachsen 96 Prozent der Kinder in einer dauerhaften oder wiederkehrenden Armutslage auf. Bei einer stabilen Teilzeitbeschäftigung oder einem Minijob leben 20 Prozent der Kinder dauerhaft oder wiederkehrend in Armut, weitere 40 Prozent zumindest vorübergehend.

Auch in Paarfamilien steigt das Armutsrisiko für Kinder der Studie zufolge deutlich, wenn Mütter ihre Arbeit verlieren oder aufgeben. Sind diese über einen längeren Zeitraum hinweg nicht erwerbstätig, erleben 32 Prozent dauerhaft oder wiederkehrend Armutslagen, 30 Prozent kurzzeitig. Arbeiten ihre Mütter in Voll- oder Teilzeit oder haben einen Minijob, sind nahezu alle finanziell abgesichert.

Es geht um mehr als Nahrung

Die Stiftung kritisiert, dass diese Kinder zwar nicht obdachlos oder hungrig seien, sich aber vom gesellschaftlichen Leben abgeschnitten fühlten, weil sie nicht in Vereine oder zum Musikunterricht gehen könnten.

Laut Definition der Studie leben Kinder in Armut, wenn sie entweder in einem Haushalt mit staatlicher Grundsicherung oder mit einem Haushaltsnettoeinkommen unterhalb der Armutsgefährdungsschwelle leben. Die liegt bei rund 60 Prozent des mittleren Einkommens in Deutschland.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN