Versöhnungskurs umstritten Historischer Friedensdialog zwischen Äthiopien und Eritrea begonnen

Von epd

Abiy Ahmed, Ministerpräsident von Äthiopien, bei seinem Amtsantritt. Er will einen jahrelangen Grenzkonflikt mit seinem Nachbarn Eritrea beenden. Foto: dpa/Mulugeta AyeneAbiy Ahmed, Ministerpräsident von Äthiopien, bei seinem Amtsantritt. Er will einen jahrelangen Grenzkonflikt mit seinem Nachbarn Eritrea beenden. Foto: dpa/Mulugeta Ayene

Genf/Addis Abeba. Historisches Treffen am Horn von Afrika: Äthiopien und Eritrea haben mit Verhandlungen über ein Ende des seit fast zwei Jahrzehnten anhaltenden Grenzstreits begonnen.

Der äthiopische Ministerpräsident Abiy Ahmed begrüßte am Dienstag eine hochrangige Delegation aus dem Nachbarland am Flughafen von Addis Abeba. Er hoffe, der Besuch werde das Fundament für eine bessere Zukunft beider Länder legen, sagte Ahmed einem Tweet seines Stabschefs Fitsum Arega zufolge.



Ahmed hatte erst vor drei Wochen überraschend angekündigt, ein 2002 vereinbartes Grenzabkommen zu akzeptieren. Seine Vorgänger hatten dies stets abgelehnt. Vor wenigen Tagen war der eritreische Staatschef Isaias Afewerki seinerseits auf Ahmed zugekommen und hatte die Entsendung einer Verhandlungskommission angekündigt.

Politische Öffnung versprochen

In einer Rede anlässlich des eritreischen Nationalfeiertags sprach Afewerki am vergangenen Mittwoch von einem epochalen Übergang und Wandel. Zugleich beschimpfte er die Tigre-Befreiungsfront TPLF, die in Äthiopien als Teil der Regierungskoalition mitregiert, als Geier, denen man nicht trauen könne.

Äthiopiens Regierungschef Ahmed gehört einer anderen Partei an. Er versprach eine politische Öffnung des autokratisch regierten Landes. Sein Versöhnungskurs gegenüber Eritrea ist in Äthiopien umstritten, weil das Land Gebiete an Eritrea abtreten müsste. Am Samstag gab es einen tödlichen Anschlag auf eine Regierungskundgebung, den Ahmed aber unverletzt überstand. Die Täter sind unbekannt.

1998 war es zu einem zweijährigen Krieg mit 80.000 Toten zwischen beiden Ländern gekommen. Nach dem später geschlossenen Grenzabkommen muss Äthiopien die Stadt Badme und weitere Landstriche im Norden an Eritrea abgeben. Bislang besetzen äthiopische Soldaten die umstrittenen Regionen. Die Lage zwischen beiden Ländern war bislang gespannt. Eritrea hatte sich erst 1993 nach langem Bürgerkrieg von Äthiopien gelöst.