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25.06.2018, 18:47 Uhr KOMMENTAR

Gebühr für Besuch in der Notaufnahme ist keine Lösung

Kommentar von Stefanie Witte

Zunehmend überfüllt: Notaufnahmen. Foto: dpaZunehmend überfüllt: Notaufnahmen. Foto: dpa

Osnabrück. Der Vorschlag der Kassenärztlichen Vereinigung Bremen, für den Besuch von Notaufnahmen Gebühren zu verlangen, hat ein Gutes: Er macht die Überforderung vieler Krankenhäuser deutlich. Patienten betrachten die Notaufnahme zunehmend als Erweiterung des Hausärzte-Wartezimmers.

Als Lösung taugt die Bremer Idee, die auch in Niedersachsen Unterstützer findet, jedoch nicht. Wer sich für einen echten Notfall hält, wird sich von 10, 20 Euro nicht abhalten lassen. Im schlimmsten Fall werden – wie bei der wieder abgeschafften Praxisgebühr – Einkommensschwache von einem notwendigen Arztbesuch abgehalten.

Statt einer Gebühr sollten bestehende Ideen konsequenter umgesetzt werden. Die Telefonnummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes, die 116117, muss bekannter werden. Helfen würde auch ein leichterer Zugang zu Facharztterminen. Außerdem sollten die Patientenströme besser kanalisiert werden. Wer nicht als offensichtlicher Notfall mit einem Herzinfarkt oder Knochenbruch kommt, sollte in eine Notfallpraxis der Allgemeinmediziner geschickt werden. Sonst bleibt der viel zitierte eingewachsene Zehennagel ein subjektiver Notfall. Wer nur aus Bequemlichkeit kommt, hat in der Notaufnahme nichts verloren.


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