Burkini-Debatte AfD-Fraktionsvize von Storch: Willy Brandt würde sich im Grabe umdrehen

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Die stellvertretende AfD-Fraktionsvorsitzende Beatrix von Storch greift die SPD in der Debatte um Burkinis an. Foto: imago/Metodi PopowDie stellvertretende AfD-Fraktionsvorsitzende Beatrix von Storch greift die SPD in der Debatte um Burkinis an. Foto: imago/Metodi Popow

Osnabrück. Burkinis im Schwimmunterricht? Was für SPD-Ministerin Giffey vertretbar ist, ist für die AfD ausgeschlossen. AfD-Fraktionsvize von Storch greift die SPD scharf an und bemüht dabei auch einen Vergleich mit dem ehemaligen Parteivorsitzenden Willy Brandt.

In der Debatte um Burkinis für muslimische Mädchen im Schwimmunterricht hat AfD-Vize-Fraktionchefin Beatrix von Storch die SPD scharf angegriffen. Von Storch sagte unserer Redaktion: „Willy Brandt würde sich im Grabe umdrehen, wenn er sehen würde, was aus seiner Partei geworden ist.“

Die SPD unterstütze Sonderrechte für fundamentalistische Muslime, die sich nicht den deutschen Regeln anpassen wollen. Von Storch sagte: „Das mag die Erklärung für den Niedergang der SPD als Volkspartei sein. Zu recht.“

Damit reagierte die Vize-Fraktionschefin der AfD auf Bundesfamilienministerin Franziska Giffey von der SPD, die offen dafür ist, Burkinis - also Ganzkörper-Badeanzüge - an Schulen zu erlauben. Von Storch sagte unserer Zeitung: „Dass die SPD sich für Burkinis im Schwimmunterricht stark macht, zeigt deren Bereitschaft die Islamisierung nicht nur hinzunehmen, sondern voranzutreiben.“

Ministerin offen für Burkinis

Zuvor hatte sich Ministerin Giffey offen dafür gezeigt, Burkinis für den Schwimmunterricht an Schulen zu erlauben. „Das Wichtigste ist ja das Wohl der Kinder, und das heißt nun mal, dass alle Schwimmen lernen“, hatte Giffey am Sonntag auf einer Veranstaltung der „Zeit“ gesagt. Es sei deshalb vertretbar, wenn Schulen die Teilnahme am Schwimmunterricht förderten, indem sie die Kleidungsstücke, die bis auf Gesicht, Hände und Füße alle Körperteile bedecken, erlauben und ausgeben. Wichtig sei nur, dass der Bildungsauftrag im Vordergrund stehe und die Sache „nicht hochstilisiert wird zum Untergang des Abendlandes“.

Muslim-Zentralrat spricht von Kompromiss

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, hält die Idee für einen „vernünftigen und gangbaren Kompromiss“. Mazyek kritisierte aber: „Solche Burkini-Pseudodebatten, die nebenbei die Rechten weiter stärken, lenken wieder von den eigentlichen Problemen ab.“ Und diese Probleme seien: „Marode und geschlossenen Schwimmhallen, fehlende Bademeister und eine Generation von Schülern, die nicht wie ich bis zur Oberstufe jedes Jahr Schwimmen hatte, sondern weitaus weniger und infolgedessen tatsächlich nicht richtig oder sogar gar nicht schwimmen kann.“ Mazyek betonte: „Das ist der eigentliche Skandal.“


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