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24.06.2018, 18:34 Uhr KOMMENTAR

Groko leistet sich beim Baukindergeld nächstes Fiasko

Kommentar von Michael Clasen

Das Baukindergeld soll bei den Quadratmetern gedeckelt werden. Foto: dpa/Daniel KarmannDas Baukindergeld soll bei den Quadratmetern gedeckelt werden. Foto: dpa/Daniel Karmann

Osnabrück. Beim Baukindergeld droht der Großen Koalition das nächste Desaster. Sie will plötzlich die Größe der Immobilie deckeln. Skandalös findet das unser Kommentator:

Das Baukindergeld ist nicht einmal beschlossen, da werden schon die Förderrichtlinien verschärft. Neben einer Einkommens- soll es plötzlich auch eine Größengrenze geben, da die Groko andernfalls eine Kostenexplosion befürchtet. Doch wusste die Regierung das nicht bereits, als sie – ausgerechnet auf der Zugspitze – das Baukindergeld hinausposaunt hatte?

Bitter ist das für Familien, die bereits eine Hausfinanzierung auf Basis der bisherigen Kriterien geplant haben. Viele fallen nun durchs Raster. Jetzt soll eine vierköpfige Familie nur noch bei einer Immobilie bis 120 Quadratmeter gefördert werden. Pro Kind kommen zehn Quadratmeter hinzu. Das heißt: Wer ein Einfamilienhaus auf dem Land baut oder in einem Vorort einer Stadt eine Bestandsimmobilie kauft, droht vom Baukindergeld ausgeschlossen zu werden. Denn im Schnitt weisen diese Häuser eine größere Wohnfläche aus.

Dieser Schildbürgerstreich sollte Anlass genug sein, das Projekt Baukindergeld gänzlich zu beerdigen. Am Ende führt es nur dazu, dass die Preise wegen der steigenden Nachfrage in die Höhe schnellen. Sinnvoller wäre es, Familien drastisch steuerlich zu entlasten. Sie wissen am besten, wofür sie ihr sauer verdientes Geld am meisten benötigen. Dann würden auch Eltern profitieren, die ein Haus bereits erworben haben oder es vorziehen, zur Miete zu wohnen.


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