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22.06.2018, 18:18 Uhr NATIONALER BILDUNGSBERICHT

Deutschland braucht neue Bildungsoffensive

Kommentar von Uwe Westdörp

Ein Schüler meldet sich während einer Mathestunde an einer Schule in Tübingen. Foto: dpa .Ein Schüler meldet sich während einer Mathestunde an einer Schule in Tübingen. Foto: dpa .

Osnabrück. Bildung ist bekanntlich ein wichtiger Rohstoff, vor allem in ansonsten ressourcen-armen Ländern wie Deutschland. Umso wichtiger ist es, Altlasten zu bewältigen und sich neuen Herausforderungen zu stellen. Ein Kommentar.

Es ist ein Armutszeugnis: Seit vielen Jahren wird beklagt, dass Bildungserfolg in Deutschland zu stark von der sozialen Herkunft abhängt. Doch immer noch gibt es keine Chancengleichheit, wie die neue Bildungsministerin Anja Karliczek einräumen muss. Dieser Befund trübt die ansonsten gar nicht so schlechte Bildungsbilanz.

Erfreulich ist vor allem, dass sich immer mehr Menschen bilden – und das bis ins hohe Alter hinein. Zudem steigt der Anteil der Schulabsolventen mit Abitur. Auch haben nicht alle, aber viele deutsche Schüler in den internationalen Leistungsvergleichen aufholen können. Überdies bleibt die duale Ausbildung ein Erfolgsmodell.

Der nationale Bildungsbericht ist gleichwohl kein Grund, sich zurückzulehnen. Denn steigende Geburtenraten, Zuwanderung und der Ausbau der Ganztagsbetreuung bedeuten neue Herausforderungen. Deutschland benötigt deutlich mehr Erzieher und Lehrer, sollen die Standards gehalten oder – besser noch – gesteigert werden.

Der Investitionsbedarf ist groß. So fordert das Institut der deutschen Wirtschaft, die öffentlichen Bildungsausgaben um zwölf Milliarden Euro im Jahr zu steigern. Doch ist Bildung keine rein staatliche Aufgabe. Auch die Arbeitgeber werden sich noch stärker engagieren und ihre Investitionen in die Weiterbildung erhöhen müssen.


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