Asylstreit Seehofer warnt Merkel davor, ihn zu entlassen

Von Tobias Bosse

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Zwischen Kanzlerin Merkel und Innenminister Seehofer herrscht "dicke Luft". Foto: dpaZwischen Kanzlerin Merkel und Innenminister Seehofer herrscht "dicke Luft". Foto: dpa

Passau. Im Asylstreit der Union hat Horst Seehofer die Kanzlerin davor gewarnt, von ihrer Richtlinienkompetenz Gebrauch zu machen.

Seit Tagen liegen die Schwesterparteien CDU und CSU im öffentlichen Clinch. Hintergrund: Horst Seehofer, Bundesinnenminister sowie Vorsitzender der CSU, möchte bereits in anderen EU-Ländern registrierte Migranten an der deutschen Grenze zurückweisen lassen. Merkel lehnt das kategorisch ab und wirbt stattdessen für eine europäische Lösung. Droht der Streit zu eskalieren, könnte Merkel Seehofer entlassen – doch genau davor hat der Innenminister seine Vorgesetzte nun gewarnt.

"Wenn man mit dieser Begründung einen Minister entließe, der sich um die Sicherheit und Ordnung seines Landes sorgt und kümmert, wäre das eine weltweite Uraufführung. Wo sind wir denn?", sagte der Bundesinnenminister gegenüber der Passauer Neuen Presse. 

"Ich bin Vorsitzender der CSU, einer von drei Koalitionsparteien, und handele mit voller Rückendeckung meiner Partei. Wenn man im Kanzleramt mit der Arbeit des Bundesinnenministers unzufrieden wäre, dann sollte man die Koalition beenden", so Seehofer weiter im Interview. 

Außerdem bestritt der 68-jährige, dass es seiner Partei in der Auseinandersetzung mit der CDU um den bayerischen Landtagswahlkampf ginge. "Die CSU kämpft hier um ihre Überzeugung. Das ist wichtiger als Posten", erklärte er. "Ich höre Tag für Tag von vielen Menschen: "Bleiben Sie standhaft. Fallen Sie nicht um!" Es geht um Glaubwürdigkeit", so Seehofer. 

Das Vertrauen der Menschen zurückzugewinnen, sei wichtiger als ein Amt, ergänzte Seehofer und meint zu wissen: Es gebe "nicht wenige in Berlin, die mich loswerden wollen".

Auf Twitter gibt es bereits reichlich Reaktionen zu Seehofers Warnung:











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