Wortduell zur Kriminalstatistik BBC-Moderatorin überführt Beatrix von Storch der Lüge

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2017 in den Bundestag gewählt: die stellvertretende AfD-Fraktionsvorsitzende Beatrix von Storch. Foto: dpa/Michael Kappeler2017 in den Bundestag gewählt: die stellvertretende AfD-Fraktionsvorsitzende Beatrix von Storch. Foto: dpa/Michael Kappeler

London. Die britische BBC-Sendung "Newsnight" ist bekannt für ihre Interviews mit Politikern, die der Moderator wie ein Kreuzverhör führt. Am Mittwoch war die AfD-Bundestagsabgeordnete Beatrix von Storch zugeschaltet.

Das Gespräch drehte sich unter anderem um Migration, die Wahlkampagne der AfD 2017 und Kriminalität in Deutschland. Zu letzterem stellte von Storch mehrere Behauptungen auf: Fahrraddiebstähle hätten abgenommen, aber nicht Gewaltverbrechen. Außerdem sei die Zahl der Diebstähle – angeblich  "Hunderttausende Fälle" – auch nur zurückgegangen, weil die Leute nicht mehr zur Polizei gingen, um einen Diebstahl zu melden. Wohingegen die Zahlen der Vergewaltigungen und Morde immer mehr zunähmen. Es seien "Fake News", dass die Gesamtzahl der Kriminalfälle sinkt. "Es wird vorgetäuscht, dass unser Land sicherer wird, und dem ist nicht so."

Die BBC-Moderatorin Emily Maitlis widersprach ihr umgehend: "Sie wissen, dass das alles falsch ist, was sie behaupten, nicht wahr?" Dann zählte sie die Ergebnisse der jüngsten Kriminalstatistik auf, die sie offenbar ausgedruckt vor sich hielt. "Sie wissen, dass Sie die niedrigste Kriminalitätsrate seit 1992 haben. Sie wissen dass die Zahl der Gewalttaten seitdem abgenommen hat." Von Storch protestierte, doch Maitlis redete weiter: "Warum würden Sie den offiziellen Daten widersprechen, die Ihr eigener Innenminister vorgestellt hat? Sie instrumentalisieren die Kriminalitätsraten, um Menschen zu ängstigen, und das, obwohl sie nicht der Wahrheit entsprechen."

Von Storch wechselte schnell das Thema und entgegnete ihr: "Sie müssen mich wirklich nicht anschreien, während Sie ein Interview führen." Dann machte sie klar, dass sie bei ihren Thesen bleibe. Damit endet der Clip aus der Sendung, zu dem es seitdem auf Twitter mehr als 4000 Reaktionen gab.

Auch von Storch teilte das Video auf Twitter – inklusive einem Nachtreten gegen die Moderatorin: "Die Dame war einfach überfordert."



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