Hersteller distanziert sich von Kampagne NPD-Jugend provoziert mit Kondom-Aktion

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Mit einer Kondom-Aktion sorgt die Jugendorganisation der rechtsradikalen NPD derzeit für Entrüstung. Screenshot: NOZMit einer Kondom-Aktion sorgt die Jugendorganisation der rechtsradikalen NPD derzeit für Entrüstung. Screenshot: NOZ

Berlin. Eine Kampagne der Jugendorganisation der rechtsradikalen NPD sorgt derzeit für Entrüstung. Die Jungen Nationaldemokraten (JN) verschicken Kondome mit der Aufschrift. „Für Ausländer und ausgewählte Deutsche“. Die Botschaft: Die Empfänger der Kondome sollen sich nicht vermehren. Auch der Grünen-Politiker Volker Beck gehört zu den Adressaten.

Auf ihrer Homepage weist die NPD-Jugendorganisation auf die Aktion zum Bundestagswahlkampf hin. Den Kondomen ist ein vier Absätze langes Schreiben beigelegt, unterschrieben vom JN-Bundesvorsitzenden Andy Knape. Zu den „ausgewählten Deutschen“ gehört auch Volker Beck, Parlamentarischer Geschäftsführer der Grünenfraktion im Deutschen Bundestag. Er hat Fotos des Schreibens und des Kondoms auf seinem Facebook-Auftritt veröffentlicht.

Becks Zorn richtet sich auch gegen die Firma „R&S consumer goods GmbH“, die die Kondome der Marke „Vitalis Condoms“ vertreibt. „Ich fordere Sie auf, und das ist das Mindeste, was ich von Ihnen erwarten kann, dass Sie die Einnahmen aus diesem Geschäft mit den Nazis mit einer öffentlichen Entschuldigung an eine Organisation spenden, die Ihren täglichen Einsatz dem Kampf gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus widmet“, schreibt der Grünenpolitiker auf seiner Facebookseite.

Auf der Facebookseite von „Vitalis Condoms“ äußern die Nutzer ihre Wut über die Aktion. Die Pinnwand ist gefüllt mit aufgebrachten Kommentaren. Besonders häufig wird der Vorwurf der Geldmacherei mit rechtsradikalem Gedankengut geäußert.

Der Kondomhersteller R&S distanziert sich in einer Stellungnahme gegenüber unserer Zeitung von der JN und dem Schreiben. „Wir verweigern grundsätzlich die Verbreitung von Botschaften, die die Menschenwürde verletzen und sichten Anfragen auch dahingehend.“ Daher bedauere die Firma sehr, dass der „grobe Fehler“ passiert sei und die Kondome im Zusammenhang mit einer derartigen Propaganda benutzt werden. „Wir distanzieren uns eindeutig von deren politischem Inhalt und Zielsetzung und möchten uns aufrichtig bei den darüber diffamierten Menschen entschuldigen“, so Roth.

Aus diesem Grund stelle R&S einer Organisation, die sich in ihrer Arbeit gegen Rechtsextremismus wendet, 10.000 Kondome kostenfrei zur Verfügung - Adressat sind somit allerdings erneut die Menschen, denen die JN zuvor Kondome geschickt hat. Auch die Aufforderung von Volker Beck setzt R&S um. „Wir werden den Rechnungsbetrag über die Kondome ebenfalls für diese Arbeit zur Verfügung stellen“, teilt Roth mit.


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