"Tragödie für kommerzielle Zwecke genutzt" Scharfe Kritik an Modelabel Benetton wegen Werbung mit Flüchtlingen

Von afp

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Benetton sorgt mit seinen Werbekampagnen immer wieder für Empörung. Screenshot: Twitter/BenettonBenetton sorgt mit seinen Werbekampagnen immer wieder für Empörung. Screenshot: Twitter/Benetton

Marseille. Die Modefirma Benetton hat mit einem Foto geworben, auf dem aus dem Mittelmeer gerettete Flüchtlinge zu sehen sind.

Die Hilfsorganisation SOS Méditerranée hat mit scharfen Worten ein Benetton-Werbefoto von aus dem Mittelmeer geretteten Flüchtlingen angeprangert. "Die humanitäre Tragödie, die sich im Mittelmeer abspielt, darf niemals für kommerzielle Zwecke benutzt werden", kritisierte die Organisation am Dienstag im Kurzbotschaftendienst Twitter.

In der Werbung der italienischen Modefirma sind Flüchtlinge auf einem Boot zu sehen, die rote Rettungswesten tragen und vom Hilfsschiff "Aquarius" geborgen werden. In der unteren rechten Ecke ist der Schriftzug "United Colors of Benetton" zu lesen.

Kein Einverständnis

SOS Méditerranée erklärte, sich "vollumfänglich" von dieser Kampagne zu distanzieren. Das Foto war demnach bei dem Rettungseinsatz vor mehr als einer Woche aufgenommen worden. "SOS Méditerranée gibt niemals sein Einverständnis für eine kommerzielle Nutzung seiner Fotografien", schrieb die Organisation. Sie kritisierte auch den Fotografen, der das Bild aufgenommen hatte.

In Spanien vor Anker

Die "Aquarius" hatte zuletzt den Streit um die EU-Asylpolitik neu entfacht, da Italien die Aufnahme der mehr als 600 Flüchtlinge auf dem Schiff verweigerte. 

Benetton sorgt mit seinen Werbekampagnen immer wieder für Empörung. Unter anderem zeigte das Unternehmen in der Vergangenheit einen sterbenden Aids-Kranken sowie eine Fotomontage eines Kusses zwischen dem Papst und einem Imam.


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