Familientrennungen an Mexikos Grenze Widerstand: US-Bundesstaaten stellen sich gegen Trumps Pläne

Von dpa und Christian Ströhl

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Kinder spielen mit Seifenblasen in einer Unterkunft in El Chaparral an der Grenze zu USA. Aufgrund der Gewalt in Zentralamerika emigrieren viele Familien aus ihren Herkunftsländern nach Tijuana. Sie sind auf der Suche nach Asyl in die USA und warten in Mexiko bis der Prozess abgeschlossen ist. Foto: dpaKinder spielen mit Seifenblasen in einer Unterkunft in El Chaparral an der Grenze zu USA. Aufgrund der Gewalt in Zentralamerika emigrieren viele Familien aus ihren Herkunftsländern nach Tijuana. Sie sind auf der Suche nach Asyl in die USA und warten in Mexiko bis der Prozess abgeschlossen ist. Foto: dpa

Washington. Der Druck im eigenen Land wächst: Vier US-Bundesstaaten stellen sich den Familientrennungen an Mexikos Grenze entgegen.

Vier US-Bundesstaaten haben sich gegen die umstrittenen Familientrennungen an der Grenze zu Mexiko gestellt und den Einsatz ihrer Nationalgardisten verweigert. "Wir werden keine Komplizen bei dieser anhaltenden menschlichen Tragödie sein", erklärte der demokratische Gouverneur des Bundesstaats New York, Andrew Cuomo, am Dienstag im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Gouverneur schickt Soldaten weg

Der republikanische Gouverneur von Maryland, Larry Hogan, erklärte, er werde keine Nationalgardisten mehr an der Grenze stationieren, bis die "Politik der Trennung von Kindern und ihren Eltern" aufhöre. Er habe eine vierköpfige Helikopter-Besatzung angewiesen, "sofort" von der Grenze zurückzukehren.

"Grausam": Kritik aus Mexiko

Die mexikanische Regierung hat derweil die Trennung von Familien an der US-Grenze als grausam und unmenschlich bezeichnet. Von den rund 2000 betroffenen Kindern sei nur ein Prozent aus Mexiko, sagte Außenminister Luis Videgaray am Dienstag in Mexiko-Stadt. Der Großteil der Kinder stamme aus den mittelamerikanischen Staaten Guatemala, Honduras und El Salvador. Angesichts der Situation, die alle betreffe, könne Mexiko aber nicht teilnahmslos bleiben, so Videgaray.

Die Grenze zwischen Mexiko und den USA ist 3144 Kilometer lang, sie erstreckt sich von Brownsville in Texas bis nach San Diego in Kalifornien. Sie verläuft durch Flüsse und Wüsten, durch unwirtliche Flecken Erde und entlang dicht besiedelter Gegenden. Sie ist zum Politikum geworden, seit Trump im Sommer 2015 erstmals davon sprach, dass Mexiko nicht seine besten Leute schicke, sondern Vergewaltiger und Drogendealer, und dass er deswegen eine Mauer bauen werde. Grafik: dpa

Der Außenminister kündigte für Freitag ein Treffen mit Behörden aus den betroffenen lateinamerikanischen Ländern an, um über eine gemeinsame Position und Maßnahmen zu sprechen. Mexiko habe angesichts der schwierigen Lage institutionelle Hilfe angeboten. Unter den betroffenen Kindern aus Mexiko befindet sich laut dem Außenminister auch ein zehnjähriges Mädchen mit Down-Syndrom, das bei der Einreise von seiner Mutter getrennt wurde.  

Das Mädchen befinde sich gemeinsam mit einem Bruder in der Stadt McAllen im US-Bundesstaat Texas, ihre Mutter sei in Brownsville im gleichen Staat festgesetzt. Die US-Regierung habe angedeutet, die Kinder zu ihrem Vater zu lassen, der ein legaler US-Bürger sei, hieß es seitens des mexikanischen Außenministeriums. 

Weinende Kinder

Die Informationen von der Südgrenze fließen spärlich. Vor einigen Tagen wurden einige US-Reporter kurz in ein ehemaliges Lagerhaus gelassen, wo Kinder und Jugendliche von illegalen Einwanderern festgehalten werden. Kinder sollen in käfigartigen Verschlägen festgehalten werden, sie schlafen auf Gummimatten.

Der Sender CNN veröffentlichte einen Mitschnitt, der das Weinen und Jammern von Kindern in einem Aufnahme-Camp dokumentieren soll. Selbst dem demokratischen US-Senator Jeff Merkley wurde nach eigenen Angaben der Zutritt zu einem Camp verwehrt. "Die Trump-Administration fügt Kindern Schaden zu, als Teil ihrer Strategie, andere von der Flucht in die USA abzuhalten", sagte Merkley. 


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