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19.06.2018, 18:34 Uhr FREMDENFEINDLICHKEIT

Matteo Salvini und die Roma: Alarmsignal aus Italien

Kommentar von Uwe Westdörp

Macht aus seiner Fremdenfeindlichkeit kein Hehl: Italiens Innenminister Matteo Salvini. Foto: dpaMacht aus seiner Fremdenfeindlichkeit kein Hehl: Italiens Innenminister Matteo Salvini. Foto: dpa

Osnabrück . Auch heftige Kritik kann ihn nicht bremsen: Italiens Innenminister Matteo Salvini hat seinen Willen zu einer „Volkszählung“ von Sinti und Roma bekräftigt. Das ist ein Alarmsignal weit über die Grenzen Italiens hinaus. Ein Kommentar.

Eine „Zählung“ von Sinti und Roma? Nicht irgendwer, sondern Italiens Innenminister Matteo Salvini lässt mit dieser Forderung seinem blinden Hass freien Lauf. Die in Europa grassierende Fremdenfeindlichkeit gewinnt damit eine neue Qualität. Schon lange hat sie etliche Regierungszentralen erreicht. Jetzt richtet sie sich auf infame rassistische Weise auch noch gezielt gegen einzelne Ethnien. Das ist ein Alarmsignal.

Man fühlt sich an die 1930er Jahre erinnert, als Nationalsozialisten in Deutschland und Faschisten in Italien ihre fürchterlichen Rassegesetze formulierten und damit Juden sowie Sinti und Roma elementarer Menschenrechte beraubten. Wer so denkt und redet wie Salvini, verhöhnt die Opfer vergangener Jahre, und er riskiert neue.

Der Nationalismus nimmt damit - wieder einmal - gemeingefährliche Züge an. Und das Schlimmste: Er ist nicht auf Italien beschränkt. Auch in Polen, Ungarn und Tschechien macht er sich vor dem Hintergrund der Flüchtlingskrise immer stärker breit. Jeder ist sich selbst der Nächste,

Dass sich daran in absehbarer Zeit etwas ändert, erscheint unwahrscheinlich. Doch sicher ist auch: Wenn sich nichts ändert, fällt die EU auseinander. Nationale Egoismen sind ihr Verderben. Dass viele Wähler das immer noch nicht verstanden haben, verheißt nichts Gutes für die Europawahl 2019.


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