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15.06.2018, 17:15 Uhr TERRORGEFAHR DURCH GIFT

Was gegen hoch spezialisierte Waffen in den falschen Händen hilft

Kommentar von Marion Trimborn

Der Fund von hochgiftigem Rizin in einem Hochhaus in Köln stellt einige Fragen. Foto: Henning Kaiser/dpaDer Fund von hochgiftigem Rizin in einem Hochhaus in Köln stellt einige Fragen. Foto: Henning Kaiser/dpa

Osnabrück. Biowaffen sind ein heimtückisches Mittel - nicht nur für kriegführende Staaten, sondern auch in den Händen von Terroristen. In Köln wurde ein Tunesier bei der Herstellung von hochgiftigem Rizin gefasst. Das stellt Fragen.

Terroristen greifen nicht nur zu Kalaschnikows, Sprengstoff oder Sattelschleppern bei ihren Anschlägen. Sondern sie erweitern ihr Arsenal und versuchen, auch hoch spezialisierte Waffen wie Gift oder Krankheitserreger einzusetzen. Diese erschreckende Wahrheit führt der vereitelte Terroranschlag aus Köln vor Augen.

Beruhigend dabei ist: Auch wenn wenig darüber geredet wird, so kennen die Sicherheitsbehörden doch die Gefahr, die von Biokampfstoffen ausgeht. Und sie bereiten sich darauf vor, zum Beispiel mit Spezialübungen, bei denen sie trainieren, die Bevölkerung vor gefährlichen Erregern zu schützen. Der Kölner Fall zeigt, dass Polizei und Fahnder ihre Arbeit machen - und zwar gut machen.

Nachdenklich stimmt jedoch, dass der Tipp vom US-Geheimdienst CIA kam, der bemerkte, dass der Tunesier Rizinussamen, Chemikalien und eine Kaffeemühle im Internet bestellte. Warum hatten die deutschen Behörden das nicht bemerkt?

Schon lange klagen Fahnder darüber, dass ihnen im Anti-Terrorkampf oft die Handhabe fehle. Da dürfen sie verschlüsselte Messenger-Dienste wie WhatsApp nicht knacken, und ihnen fehlen ohne Vorratsdatenspeicherung wichtige Telefondaten. Datenschutz ist wichtig - aber die Freiheit des Einzelnen muss dort enden, wo die Sicherheit bedroht ist.

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