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14.06.2018, 18:07 Uhr KOMMENTAR

Sicherheit und Wohlstand bekommt die EU nicht zum Nulltarif

Kommentar von Thomas Ludwig

Warten auf Lebensmittel in Somalia: Klimaexperten warnen vor immer häufigeren Dürren. Das könnte Afrikaner zur Migration Richtung Europa bewegen. Gioia Forster/dpaWarten auf Lebensmittel in Somalia: Klimaexperten warnen vor immer häufigeren Dürren. Das könnte Afrikaner zur Migration Richtung Europa bewegen. Gioia Forster/dpa

Osnabrück. Die Europäische Union will mehr Geld für Entwicklungszusammenarbeit vor allem in Afrika in die Hand nehmen. Das ist gut gemeint, wird aber nicht ausreichen, um den Migrationsdruck nachhaltig einzudämmen.

Beim Ziel sind sich die EU-Mitgliedstaaten einig: Die Gemeinschaft muss ihren Bürgern Sicherheit und Wohlstand garantieren. Dazu gehört es, den Migrationsdruck auf Europa in den nächsten Jahren einzudämmen - auch mit Hilfe eines konsequenten und möglichst lückenlosen Außengrenzschutzes. Das allein wird aber nicht reichen.

Mindestens ebenso wichtig wenn nicht wichtiger ist es, auf wirtschaftliche Entwicklung und politische Stabilität in jenen Regionen hinzuwirken, aus denen sich die Menschen aufmachen. Dazu braucht es eine in außenpolitischen Fragen einige und handlungsfähige EU. Dazu gehört es auch, Geld in die Hand zu nehmen; die Sicherung unseres Wohlstands kostet. Investitionen in Entwicklung sind die beste Friedenspolitik.

EU-Etat-Umschichtung nötig

Wahr ist aber auch: Die in Aussicht stehenden Summen sind gut gemeint, werden aber nicht ausreichen. Und ohne drastische Umschichtungen im EU-Etat - auch auf Kosten der Agrarbeihilfen - klappt die Finanzierung nicht.

Wer das nicht wahrhaben will, sollte sich Folgendes vor Augen führen: Afrikas Bevölkerung wird sich in den nächsten Jahrzehnten auf zwei Milliarden Menschen verdoppeln. Das und der Klimawandel wird den Wanderungsdruck aus Afrika auf Europa ankurbeln. Entgegensteuern müssen wir jetzt. Dazu gehört es auch, den Afrikanern endliche einen besseren Zugang für ihre Produkte zum EU-Markt zu gewähren.