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13.06.2018, 16:53 Uhr ARBEITSMARKTMODELLE

Brückenteilzeit: Frohe Kunde für Arbeitnehmer

Kommentar von Uwe Westdörp

Zufriedene Gesichter in der Kabinettssitzung in Berlin: die SPD-Minister Heiko Maas, Franziska Giffey und Hubertus Heil ( v. r.) kurz vor der Entscheidung des Bundeskabinetts zur Einführung der Brückenteilzeit. Das Projekt ist ein lang gehegter Wunsch der Sozialdemokraten. Foto: dpaZufriedene Gesichter in der Kabinettssitzung in Berlin: die SPD-Minister Heiko Maas, Franziska Giffey und Hubertus Heil ( v. r.) kurz vor der Entscheidung des Bundeskabinetts zur Einführung der Brückenteilzeit. Das Projekt ist ein lang gehegter Wunsch der Sozialdemokraten. Foto: dpa

Osnabrück. Nach jahrelangem Ringen sollen Arbeitnehmer in Deutschland ein Recht auf die Rückkehr von einer Teilzeitstelle in Vollzeit erhalten. Die Arbeitszeit soll für ein bis fünf Jahre verringert werden können. Das ist mehr als ein Ausweg aus der Teilzeitfalle. Ein Kommentar.

Frohe Kunde für Arbeitnehmer: Der Rechtsanspruch auf eine zeitlich begrenzte Teilzeitarbeit eröffnet Millionen von Beschäftigten neue Perspektiven. Ob sie nun mehr Zeit für ihre Kinder oder für Pflegebedürftige haben möchten, ob sie ein Haus bauen, nebenbei studieren oder ganz einfach mal kürzertreten wollen – die Brückenteilzeit macht’s möglich, bis zu fünf Jahre lang weniger zu arbeiten und später zur vorherigen Arbeitszeit zurückzukehren.

Das ist vor allem ein Weg heraus aus der viel kritisierten Teilzeitfalle. Es ist darüber hinaus aber auch der Einstieg in neue, den Bedürfnissen vieler Menschen besser angepasste Beschäftigungsmodelle – in „Arbeit, die zum Leben passt“.

Kehrseite der Medaille sind Probleme für die Arbeitgeber, auf die neue Herausforderungen in der Personalbeschaffung zukommen. Für sie wird es eindeutig schwieriger. Eine gravierende Überforderung ist aber nicht zu befürchten. Denn es gibt eine Reihe von Ausnahmeregeln. So sind kleine Unternehmen gar nicht betroffen, bei anderen gibt es strenge Zumutbarkeitsregeln. Zudem haben die Arbeitgeber ihre Organisationshoheit weitgehend verteidigt. So behalten sie in bestimmten Fällen das Recht, Stellen nicht wieder zu besetzen oder zu verändern.

Im Übrigen bleibt das Problem, dass viele Vollzeitwünsche an fehlenden Kita- und Pflegestellen scheitern.


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