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Schwesig: Nord Stream 2 muss kommen Regierungschefs im Norden fordern verstärkten Dialog mit Russland

Von Burkhard Ewert und Ralf Geisenhanslüke

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig warnte davor, der Gaspipeline Nord Stream 2 weitere Steine in den Weg zu legen, auch mit Blick auf die Beziehungen zu Russland. Das Bild zeigt einen Mitarbeiter, der tonnenschwere Rohre für die zukünftige Pipeline überprüft. Foto: dpaMecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig warnte davor, der Gaspipeline Nord Stream 2 weitere Steine in den Weg zu legen, auch mit Blick auf die Beziehungen zu Russland. Das Bild zeigt einen Mitarbeiter, der tonnenschwere Rohre für die zukünftige Pipeline überprüft. Foto: dpa

Osnabrück. Die Ministerpräsidenten von Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern haben zu einem verstärkten Dialog mit Russland aufgerufen.

In einem gemeinsamen Interview mit unserer Redaktion sagte Niedersachsens Regierungschef Stephan Weil (SPD), „wir brauchen keine weiteren Sanktionen, wir brauchen mehr Diplomatie und Zusammenarbeit“. Auch wenn man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen dürfte, müsse man registrieren, dass die bisherigen Strafmaßnahmen der Ukraine-Krise „nicht viel bewegt“ hätten. „Deutschland muss dazu beitragen, dass die globalen Zentrifugalkräfte nicht überhand gewinnen“, sagte Weil und sprach von einer „neuen Phase deutscher Außen- und Sicherheitspolitik“.

„Auch – oder gerade – bei Meinungsverschiedenheiten muss der Dialog gepflegt werden“, pflichtete ihm Manuela Schwesig aus Schwerin bei. „Wenn das in der Vergangenheit nicht geschehen wäre, säße ich heute nicht mit meinen beiden Kollegen hier, was ich sehr bedauern würde“, sagte die stellvertretende SPD-Vorsitzende. Sie begrüße es daher, „dass die Bundeskanzlerin und der Bundesaußenminister jetzt wieder stärker das Gespräch suchen“. Die Lockerung von Sanktionen sei nicht der erste Schritt der Annäherung – „aber sie könnte das Ergebnis eines solchen Dialogs sein“.

„Nord Stream 2 ist nicht nur für Mecklenburg-Vorpommern wichtig, sondern für ganz Deutschland“, sagte Manuela Schwesig im Interview mit unserer Redaktion. Foto: Jörn Martens

Insbesondere warnte Schwesig davor, der Gaspipeline Nord Stream 2 weitere Steine in den Weg zu legen. „Nord Stream 2 ist nicht nur für Mecklenburg-Vorpommern wichtig, sondern für ganz Deutschland. Wir wollen keine Atomkraftwerke, wir wollen aus der Braunkohle aussteigen, aber ein gewisses Maß an beständiger Energieerzeugung braucht Deutschland“, erklärte sie.

Schleswig-Holsteins Regierungschef Daniel Günther (CDU) sagte, er unterstütze die Forderung, auch und gerade bei Spannungen im Gespräch zu sein. Die Sanktionen seien allerdings richtig, so lange sich Russland nicht bewege, fügte er hinzu.


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