Facebook-Datenskandal: Grüne kritisieren schleppende Aufklärung

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Wie steht es um die Aufklärung beim Facebook-Datenskandal? Nicht gut, sagen die Grünen und fordern mehr Transparenz. Foto: dpaWie steht es um die Aufklärung beim Facebook-Datenskandal? Nicht gut, sagen die Grünen und fordern mehr Transparenz. Foto: dpa

Osnabrück. Die Aufklärung des Facebook-Skandals um den Datenmissbrauch von 87 Millionen Datensätzen von Facebook-Nutzern geht nach Ansicht der Grünen weder schnell noch transparent genug vonstatten. Die Netzpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Tabea Rößner, nennt die Antworten von Facebook „dünn“ und fürchtet, es könne weitere Fälle gegeben haben.

„Erst hält uns Facebook über Wochen hin und bittet immer wieder um Fristverlängerung, und dann kommt der Internetkonzern mit so einer dünnen Antwort um die Ecke“, kritisiert Tabea Rößner, Sprecherin für Netzpolitik der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Montag). Anfang Mai hatten sechs Abgeordnete der Bundestagsfraktion, darunter Konstantin von Notz und Rößner selbst, einen Katalog mit 59 Fragen zum Datenskandal an Facebook gesandt. Die Antworten – eigentlich bis zum 18. Mai erbeten – kamen am 29. Mai.

Facebook müsse mehr liefern forderte Rößner. Einige der Antworten ließen vermuten, dass der Konzern „bisher tatsächlich nur über die Spitze eines sehr großen Eisbergs informiert“ habe. Nach eigenen Angaben habe Facebook in den vergangenen Jahren 1150 Unterlassungsaufforderungen an Drittanbieter von Apps verschickt, weil diese gegen die Facebook-Regularien verstoßen und damit möglicherweise Nutzerdaten unrechtmäßig genutzt hätten. Zudem sollen 200 Apps gesperrt worden sein. „Das deutet darauf hin, dass es potenziell noch eine ganze Reihe von weiteren Fällen von Datenmissbrauch in großem Stil gab“, erklärte Rößner.

Sollten andere Apps ebenfalls Daten missbräuchlich benutzt haben, sei Facebook „seinen Nutzerinnen und Nutzern mehr Transparenz darüber schuldig, wann und welchen Zugang diese Apps hatten und welcher Missbrauch da möglicherweise stattgefunden hat“, forderte die Grünen-Politikerin. „Wir werden weiter auf Aufklärung dringen“, kündigte sie an.


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