Video-Umfrage "Absoluter Schwachsinn": Erstes Dieselfahrverbot ärgert Anwohner

Von Tobias Bosse

Das Verbot auf dem 580 Meter langen Abschnitt auf der Max-Brauer-Alle gilt für alle, die nicht die Abgasnorm Euro 6 erfüllen. Foto: dpaDas Verbot auf dem 580 Meter langen Abschnitt auf der Max-Brauer-Alle gilt für alle, die nicht die Abgasnorm Euro 6 erfüllen. Foto: dpa

Hamburg. In Hamburg gilt seit Donnerstag das bundesweit erste Dieselfahrverbot. Anwohner und Passanten sind wenig begeistert.

Nun ist es tatsächlich soweit: Das erste Fahrverbot für Diesefahrzeuge, die nicht die Abgasnorm Euro 6 erfüllen, auf deutschen Straßen ist in Kraft getreten. Kurz nach Mitternacht hatten die Verbotsschilder auf der Max-Brauer-Alle sowie auf der Stresemannstraße – beide Hauptstraßen liegen im Hamburger Stadtteil Altona – Gültigkeit. 

Die Streckenabschnitte sind jeweils nur sehr kurz. Während die Max-Brauer-Allee (580 Meter langer Abschnitt) für ältere Diesel-Pkw und -Lkw gesperrt ist, gilt das Verbot auf der Stresemannstraße (1,6 Kilometer langer Abschnitt) lediglich für Lkw.

Anwohner sind von diesem Verbot zwar nicht betroffen, die Begeisterung hält sich aber dennoch in Grenzen. Die Befürchtung von vielen: Das Verbot führe nicht dazu, dass die Straßen weniger stark von Autofahrern frequentiert würden, sondern aufgrund der Umleitungen lediglich zu einer größeren Belastung der umliegenden Straßen.

Tatsächlich hat die Stadt Hamburg bestimmte Routen empfohlen, auf die Autofahrer ausweichen können: So soll die Max-Brauer-Allee in beiden Richtungen via Königstraße und Holstenstraße umfahren werden. Für die Stresemannstraße werden sogar drei Ausweichmöglichkeiten angeboten.

Ähnlich wie die Hamburger FDP-Fraktion, gehen viele Anwohner und Passanten davon aus, dass es sich bei dieser Maßnahme um reine "Symbolpolitik" handele. Es gehe offensichtlich nur darum, die Schadstoffgrenzwerte an den Messstationen einzuhalten, mutmaßten einige der Befragten.

Andere wiederum empfinden das nun in Kraft getretene Dieselfahrverbot für längst überfällig. Manche forderten sogar, das Verbot auf den gesamten Innenstadtbereich auszuweiten.