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30.05.2018, 17:19 Uhr KOMMENTAR

Italienisches Chaos: Mehr Gelassenheit bitte!

Von Stefanie Witte


Matteo Salvini (r), Vorsitzender der Lega-Partei, bevorzugt Neuwahlen. Foto: dpaMatteo Salvini (r), Vorsitzender der Lega-Partei, bevorzugt Neuwahlen. Foto: dpa

Osnabrück. Verbindlichkeit scheint in Italien derzeit nicht besonders hoch im Kurs zu stehen. Daran ändern lässt sich aber von außen nichts.

Aber unabhängig davon ob die Fünf-Sterne-Bewegung nun einen letzten Versuch wagt, doch noch ein populistisches Bündnis zu schmieden, ist in den italienischen Wirren eines klar: Welche Regierungen das Land in den kommenden Monaten auch immer führen werden – die Lage bleibt instabil. Mit vermeintlich klugen Ratschlägen und Einschätzungen, wie es EU-Kommissar Günther Oettinger versuchte, gießen Außenstehende jedoch nur Öl ins Feuer. Die stärksten italienischen Parteien haben sich auf Feindbilder eingeschossen. Hauptgegner und vermeintliche Schuldige: die EU und allen voran Deutschland. Keine Nachrichtensendung vergeht ohne Hinweis auf den „Spread“, also Risikoaufschläge für italienische Staatsanleihen im Vergleich zu Deutschland. Es verfestigt sich der Eindruck, andere seien an der italienischen Misere schuld. Da ist es gut, dass sich die Bundesregierung zurückhält und schweigt. Für Italien ist der Fokus nach außen indes problematisch. Wer permanent andere für die eigenen staatlichen Finanzprobleme verantwortlich macht, wird selbige kaum zeitnah lösen.

Am Ende müssen die Nachbarstaaten die Entscheidung der italienischen Wähler dennoch respektieren. Selbst wenn sie der gesamten EU schadet. Da hilft nur eins: Gelassenheit.


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