"Oh mein Gott, das ist falsch!" Lehrerin korrigiert Brief von US-Präsident Trump

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Eine pensionierte US-Lehrerin hat einen Brief von US-Präsident Trump korrigiert zurückgeschickt. Screenshot: Facebookseite Yvonne MasonEine pensionierte US-Lehrerin hat einen Brief von US-Präsident Trump korrigiert zurückgeschickt. Screenshot: Facebookseite Yvonne Mason

Hamburg/Washington. Eine pensionierte Lehrerin in den USA hat einen Brief von US-Präsident Trump erhalten und setzte sofort zum Rotstift an.

Auf dem Briefkopf steht "Das Weiße Haus, Washington, 3. Mai 2018". Am Briefende ist unverkennbar die Unterschrift von US-Präsident Donald Trump zu sehen. Und dazwischen: Korrekturanmerkungen einer Lehrerin. Diese war mit dem grammatikalischen Stil Trumps nämlich so gar nicht einverstanden und hat den Brief korrigiert zurückgeschickt.

Die Korrekturanmerkungen stammen von Yvonne Mason, einer pensionierten High-School-Lehrerin aus Atlanta. Die 61-Jährige ist seit vergangenem Jahr im Ruhestand, sei aber noch immer im "Korrekturmodus", wie sie in der "New York Times" sagt. 

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Brief wegen Schulmassaker in Parkland

Mason erhielt den Brief von Trump, weil sie nach dem Schulmassaker in Parkland im Februar 2018 einen wütenden Brief an das Weiße Haus in Washington geschrieben hatte. Sie forderte darin den US-Präsidenten auf, alle Familien der insgesamt 17 Opfer zu besuchen. 

In dem Antwortbrief geht der US-Präsident auf diese Forderung nicht explizit ein. Trump schreibt, er habe Studenten und Lehrer getroffen, schildert danach aber vor allem, welche Maßnahmen er und seine Regierung ergriffen hätten, um die Gewalt an Schulen zu stoppen. 

"Ein schlecht formuliertes Schreiben"

Für Mason waren das unbefriedigende Antworten. Noch schlimmer fand sie jedoch die vielen Fehler im Brief des Präsidenten. "Es war ein schlecht formuliertes Schreiben", sagt Mason. Darüber ärgere sie sich, denn "wenn jemand in der Lage ist, es besser zu machen, dann sollten sie es besser machen." 

In einer Anmerkung links oben auf dem Brief fragt Mason, ob Trump seine Grammatik und seinen Stil nach dem Verfassen noch einmal überprüft habe. Zudem korrigiert Mason mehrfach falsche Groß- und Kleinschreibung und ermahnt den Autor am Ende des Briefes leicht entnervt: "Oh mein Gott, das ist falsch!"

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Die pensionierte Lehrerin hat zudem noch einen Ratschlag für den US-Präsidenten parat. Er solle sich doch Hilfe auf der Homepage plainlanguage.gov suchen. Dort gäbe es Tipps für eine leichtere und bessere Sprache – und zwar von der US-Regierung selbst.

Kritik an der Kritik

Weil Mason selbst eine Demokratin ist, liegt die Annahme nahe, dass die Korrekturen auf dem Brief politisch motiviert sind. Der Facebook-Post, der mittlerweile knapp 2600 Mal geteilt wurde (Stand 29. Mai 2018) wird von beiden politischen Lagern in den USA gleichermaßen für politische Zwecke genutzt. 

Für Trump-Gegner ist ein solcher Brief, der vermeintlich nicht persönlich vom Präsidenten verfasst wurde, ein gefundenes Fressen. "Dieser Brief repräsentiert die Präsidentschaft perfekt, in vielerlei Hinsicht fehlerhaft", ist noch einer der harmloseren Kommentare. Aber auch die Trump-Befürworter kommen zu Wort. "Die meisten ihrer Korrekturen sind inkorrekt", heißt es dort etwa mit Verweis auf das Stilbuch des Weißen Hauses. 


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