Patientenschützer warnt vor wachsendem Problem – Forderung nach mehr Geld Zu wenig ambulante Pfleger

Von Stefanie Witte

Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch. Foto: dpaVorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch. Foto: dpa

Osnabrück. Angesichts des Personalmangels bei ambulanten Pflegediensten in Niedersachsen warnt die Deutsche Stiftung Patientenschutz vor einem bundesweiten Problem.

„Immer mehr der 13300 ambulanten Pflegedienste in Deutschland finden keine neuen Mitarbeiter. So müssen Pflegebedürftige abgewiesen oder bestehende Verträge gekündigt werden“, warnte Brysch im Gespräch mit unserer Redaktion. Damit erodiere das deutsche Pflegesystem, das auf das Prinzip setze, ambulante Pflege der stationären vorzuziehen. Leidtragende seien die pflegebedürftigen Menschen und ihre Angehörigen. Brysch forderte: „Wenn Bundesgesundheitsminister Spahn wirklich verstanden hat, muss er sein Sofortprogramm bei der häuslichen Pflege deutlich ausbauen. Wichtigste Maßnahme ist, die Leistungen der Pflegeversicherung für professionelle Pflege um 500 Euro zu erhöhen.“ Nur so könnten die Pflegebedürftigen Dienste bezahlen, die ihre Mitarbeiter dann anständig entlohnen. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz forderte in diesem Zusammenhang auch eine angemessenere Honorierung der Wegezeiten. Ebenso gelte es, den Wiedereinstieg in den Pflegeberuf gerade im ambulanten Bereich mit dem Sofortprogramm zu fördern.

Die niedersächsische Sozialministerin Carola Reimann (SPD) sprach sich indes für weitere Untersuchungen zur Versorgungssituation in Niedersachsen aus.


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