„Vollkasko geht nicht“ Kommunen: Bund muss für gute Kitas mehr Geld geben

Von Beate Tenfelde

Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, fordert Geld statt Verprechen vom Bund, wenn es um Kitas geht. Foto: dpaGerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, fordert Geld statt Verprechen vom Bund, wenn es um Kitas geht. Foto: dpa

Osnabrück. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hat die Bundesregierung aufgefordert, zur Finanzierung guter Kitas „mehr Geld ins System“ zu pumpen.

„Der Bund steht massiv in der Pflicht, den immensen Bedarf an zusätzlichen Betreuungsplätzen zu decken und die Verbesserung der Qualität zu gewährleisten“, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg unserer Redaktion. Die im Koalitionsvertrag bis 2021 zugesagten 3,5 Milliarden Euro reichten bei Weitem nicht aus, um die Zusagen zu finanzieren.

Auch für die neue Familienministerin Franziska Giffey (SPD) gelte der Maßstab: „Nicht das Erzählte reicht, sondern das das Erreichte zählt.“ Giffey sollte nichts versprechen, was der Bund nicht halten könne, kritisierte Landsberg die „Alles zum Nulltarif“-Ankündigungen der Ministerin. „Mit Vollkasko-Mentalität lösen wir die Probleme nicht“, warnte der Hauptgeschäftsführer unter Hinweis auf aktuelle Erhebungen des Deutschen Jugendinstituts. Danach werden in Deutschland bis 2025 über 700.000 Plätze zusätzlich in der Kindertagesbetreuung und 492.000 Plätze für Grundschulkinder benötigt.

Der Städte- und Gemeindebund erwartet, dass gut oder sehr gut verdienende Eltern im Interesse an Kitas in sehr guter Qualität auch tatsächlich zur Zahlung höherer Beiträge bereit sind. Geringer verdienende Eltern dürften von höheren Beiträgen nicht betroffen sein, betonte Landsberg. „Klar ist, dass der Bund den Eltern nicht immer neue Versprechungen machen sollte, ehe die bestehenden Zusagen auch eingelöst werden konnten“, betonte er.

Mehr Kinderbetreuer, schönere Spielsachen, gesünderes Essen: Die meisten Eltern, die zurzeit für den Kindergartenplatz bezahlen, shaben signalisiert mehr Geld für bessere Kitas auszugeben. Das hat eine Studie der Bertelsmann-Stiftung herausgefunden. Qualität vor Beitragsfreiheit - diese Präferenz haben laut der Befragung die meisten zahlenden Eltern in Deutschland - egal ob sie arm oder reich sind, sagte Studienprojektleiterin .