Reiseführer für "Krawalltouristen" Anleitung zur Gewalt: AfD-Gegner wollen Bundesparteitag lahmlegen

Von dpa und Jakob Koch

Protest gegen die AfD: Nicht immer bleibt es friedlich. Foto: imago/Christian MangProtest gegen die AfD: Nicht immer bleibt es friedlich. Foto: imago/Christian Mang

Augsburg. Vor dem Augsburger Parteitag der AfD rufen Linke zur Gewalt auf - auch gegen die Polizei. Die kommt mit Großaufgebot.

Die Augsburger Polizei bereitet sich wegen des Bundesparteitags der AfD auf den nach eigenen Angaben größten Einsatz in der Geschichte der Stadt vor. Rund 2000 Beamte zusätzlich werden wegen des Parteitags (30. Juni/1. Juli) im Einsatz sein, wie der Sprecher des Polizeipräsidiums, Thomas Rieger, ankündigte.

Es sind Demonstrationen angemeldet, zu denen jeweils mehrere Tausend Teilnehmer erwartet werden. Da nach entsprechenden Aufrufen im Internet auch Krawalle von gewaltbereiten Linksautonomen befürchtet werden, arbeitet die Polizei an einem Schutzkonzept für etliche Gebäude auch in der Innenstadt. Der Parteitag selbst wird am Stadtrand im Messezentrum stattfinden.

Aufruf zur Gewalt gegen staatliche Einrichtungen

Im Internet kursiert eine Art Reiseführer mit dem Titel "Augsburg für Krawalltouristen". Wer das 44-seitige Dokument, das zur Gewalt aus Anlass des Parteitags aufruft, geschrieben hat, ist nicht bekannt. Man wolle der AfD den Kampf ansagen und die Veranstaltung massiv stören, heißt es darin. Explizit wird erklärt, wie Gewaltbereite ihre Angriffe mit Farbe, Bitumen und Steinen umsetzen sollen. Auch auf den Einsatz von weiteren Wurfgeschossen und sogar Nagelbrettern wird hingewiesen. Zudem erklären die Verfasser das Prozedere für das Abbrennen von Autos.

Auch völlig Unbeteiligte sollen in Mitleidenschaft gezogen werden. So nennen die Verfasser in dem "Reiseführer" Gaststätten und weitere Veranstaltungsorte, in denen bislang AfD-Politiker aufgetreten sind - die Veranstalter werden als "Kollaborateure" bezeichnet. Darüber hinaus werden die Standorte der "staatlichen Repressionsbehörden" genannt, unter die etwa Stadtverwaltung und Polizeireviere gezählt werden. Es wird zudem genau erklärt, wo es Videoüberwachung gibt und welche Orte "belebt" sind. 

Polizei ermittelt gegen unbekannt

Gleiches gilt für die Kriegsdenkmäler der Stadt. Dazu heißt es: "Besucht diese Kriegerdenkmäler fleißig und bereitet dem deutschen Stolz ein jähes Ende!" Da auch zahlreiche auswärtige Polizisten nach Augsburg reisen, sollen gewaltbereite Sympathisanten an Hotels nach unbewachten Einsatzfahrzeugen Ausschau halten.

"Wir ermitteln gegen unbekannt", sagte der Sprecher des Polizeipräsidiums zu dem Gewaltaufruf. Es werde ein Verfasser aus dem linksextremistischen Spektrum vermutet. Bereits bei den AfD-Parteitagen im vergangenen Jahr in Köln und Hannover war die Polizei mit massiven Kräften im Einsatz, damit es zu keinen Ausschreitungen kommt. Dennoch wurden mehrere Polizisten und Demonstranten bei Zwischenfällen verletzt.