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24.05.2018, 19:58 Uhr zuletzt aktualisiert vor TRUMP SAGT TREFFEN MIT KIM AB

Treffen sich zwei Hitzköpfe – nicht

Von Manuel Glasfort


Kim Jong Un und Donald Trump werden sich doch nicht so bald persönlich begegnen, nachdem der US-Präsident das geplante Treffen abgesagt hat. Foto: dpaKim Jong Un und Donald Trump werden sich doch nicht so bald persönlich begegnen, nachdem der US-Präsident das geplante Treffen abgesagt hat. Foto: dpa

Osnabrück. Es ist eine fatale Kehrtwende: Donald Trump lässt das geplante Treffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un platzen, nachdem der Tonfall zwischen Pjöngjang und Washington zuletzt wieder giftiger geworden war.

Das passiert, wenn zwei eitle Hitzköpfe aufeinandertreffen – oder eben nicht. Die Chance auf eine atomwaffenfreie Halbinsel Korea schwindet damit wieder, falls sie denn jemals existierte.

Die Atomwaffe ist die Lebensversicherung für Kim und sein kommunistisches Regime. Der Diktator hat aus den Schicksalen von Muammar al-Gaddafi und Saddam Hussein gelernt. Die früheren Machthaber Libyens und des Irak hatten ihre Atomprogramme aufgegeben, ehe sie Jahre später gestürzt wurden und einen gewaltsamen Tod fanden. Und nach dem Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran muss sich nicht nur Kim fragen, was Zusagen Washingtons unter Trump noch wert sind.

Dennoch: Es muss Lösungen geben, die für Kim akzeptabel sind und zugleich den Nachbarn Nordkoreas mehr Sicherheit bieten. Auf den Dialog kommt es an, wie sogar Trump in seiner Absage schreibt. Dabei weiß der US-Präsident genau, dass er ebendiesen Dialog verbaut, indem er Kim in die Position des Bittstellers bringt.


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