Tödliche Flucht Belgien: Zweijähriges Flüchtlingsmädchen stirbt an Grenze

Von Tobias Bosse

Bei einer Verfolgungsjagd der belgischen Polizei ist ein zweijähriges Flüchtlingsmädchen zu Tode gekommen. Foto: Imago/ReportersBei einer Verfolgungsjagd der belgischen Polizei ist ein zweijähriges Flüchtlingsmädchen zu Tode gekommen. Foto: Imago/Reporters
Heline Vanbeselaere

Belgien. Die belgische Polizei eröffnete an der Grenze das Feuer auf einen Lieferwagen mit illegalen Flüchtlingen. Dabei kam ein Mädchen ums Leben.

Ein kleines Mädchen im Alter von zwei Jahren kam am frühen Donnerstagmorgen an der Grenze zu Frankreich nahe der Stadt Mons zu Tode. Das Mädchen sei im Zuge einer Verfolgungsjagd mit der belgischen Polizei ums Leben gekommen, sagte der belgische Staatsanwalt Frédéric Bariseau. 

Die britische Zeitung "Guardian" berichtet, dass der belgischen Polizei am Donnerstagmorgen ein Lieferwagen aufgefallen sei, der sich laut Polizeiangaben verdächtig verhielt. Daraufhin habe die Polizei die Verfolgung aufgenommen und das Feuer eröffnet, womit sie den Wagen zum Stehen brachten. In dem Transporten waren 30 Kurdinnen und Kurden, darunter auch vier Kinder.

Dem Obduktionsbericht zufolge, drang die Kugel in die Wange des kleinen Mädchens ein, woraufhin sie auf dem Weg ins Krankenhaus gestorben sei. Die anderen Passagiere seien aufgrund illegaler Einreise nach Belgien festgenommen worden. 

Der Guardian zitiert den Sprecher der Staatsanwaltschaft, Frédéric Bariseau, wie folgt zu dem tragischen Vorfall: "Das kleine Mädchen starb nicht durch die Schüsse der Polizei." Zum Tod hätten auch eine Krankheit sowie eine Verletzung durch den Fahrstil des Fahrers führen können. 

Der Einsatz von Schusswaffen durch die Polizei ist in Belgien strickt geregelt. So darf Gewalt nur dann angewendet werden, wenn sie begründet und verhältnismäßig ist – wenn beispielsweise eine konkrete Gefahr vom Gegenüber ausgeht. 

"Jede Situation ist anders und man muss von Fall zu Fall unterscheiden", erklärte der Polizeichef von Mons-Quévy, Marc Garin, gegenüber dem öffentlich-rechtlichen Sender RTBF. Ob in diesem Fall korrekt gehandelt wurde, muss nun die Staatsanwaltschaft überprüfen.



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