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15.05.2018, 16:20 Uhr KOMMENTAR ZUM RÜCKTRITT DER MINISTERIN

Was in der Affäre Schulze Föcking zu denken geben sollte

Kommentar von Dirk Fisser

Christina Schulze Föcking. Foto: dpaChristina Schulze Föcking. Foto: dpa

Osnabrück. Nordrhein-Westfalens Landwirtschaftsministerin Christina Schulze Föcking (CDU) hat ihren Rücktritt erklärt. Sie begründete den Schritt unter anderem mit dem Schutz ihrer Familie. Ein Kommentar.

Das war’s also. Die von Teilen der Landwirtschaft als Schutzpatronin der nordrhein-westfälischen Bauern verklärte Christina Schulze Föcking tritt von ihrem Amt als Agrarministerin zurück. Die Rückabwicklung der grünen Agrarpolitik ihres Vorgängers bleibt damit auf halbem Wege stecken. CDU-Politikerin Schulze Föcking führt als Begründung für den Schritt die persönlichen Angriffe gegen ihre Person aber auch gegen ihre Familie an. Selbst Morddrohungen gingen bei ihr ein, nachdem Aufnahmen aus Ställen der Schulze Föckings öffentlich geworden waren.  (Weiterlesen: Klöckner kündigt härtere Strafen für "Stalleinbrüche" an)

 Tatsächlich steht der Fanatismus von Teilen der deutschen Tierrechtsszene anderen radikalen Gruppen am gesellschaftlichen Rand in nichts nach. Irrgeleitete Gestalten, die Menschen mit dem Tode bedrohen oder um einen Kampfhund trauern, der zwei Menschen tot biss, stehen nicht nur außerhalb unserer Werteordnung, nein, sie bekämpfen sie auch. Sicher sind solche Fanatiker auch innerhalb der Tierrechtsbewegung eine Minderheit, aber doch prägen sie mehr und mehr das Bild.

Die Affäre Schulze Föcking erklärt das allein aber nicht, zwei weitere Faktoren kommen hinzu: Zum einen ein desolates Krisenmanagement der Ministerin, zum anderen die Entfremdung der Bevölkerung von der Lebensmittelproduktion. Ermittlungen wegen vermeintlicher Tierschutzverstöße wurden von der Staatsanwaltschaft eingestellt. Doch selbst die Bilder einer rechtlich wohl einwandfreien Tierhaltung sorgten für Empörung. Auch das sollte an diesem Fall zu denken geben: Gesetzlicher und gesellschaftlicher Standard sind nicht mehr in Einklang.  (Weiterlesen: Ziele und Feinde: So tickt die Tierrechtsorganisation Peta)