„Gemeinsam unterrichten“ GEW gegen Rechtsstaatsklassen für Flüchtlingskinder

Die GEW-Bundesvorsitzende Marlis Tepe lehnt den Vorschlag aus den Reihen von CDU und CSU ab, nur für Flüchtlingskinder Wertekunde einzuführen. Foto:dpaDie GEW-Bundesvorsitzende Marlis Tepe lehnt den Vorschlag aus den Reihen von CDU und CSU ab, nur für Flüchtlingskinder Wertekunde einzuführen. Foto:dpa

Osnabrück. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) lehnt die aus den Reihen von CDU/CSU geforderten „Rechtsstaatsklassen“ für Kinder von Flüchtlingen ab.

„Das ist kontraproduktiv, weil die Schülerinnen und Schüler separiert statt integriert werden. Das Themenfeld kann im Sprachunterricht bearbeitet werden“, sagte die GEW-Bundesvorsitzende Marlis Tepe unserer Redaktion. Die GEW erwarte, dass die Bundesregierung das Recht auf Bildung für alle Kinder und Jugendlichen so schnell wie möglich umsetze. Dabei komme es darauf an, im gemeinsamen Unterricht Fragen von rechtlichen Normen, Ethik, Religionen und Werten zu behandeln.

„In Deutschland muss über die Frage eines gemeinsamen Faches neu nachgedacht werden“, forderte Tepe. Zurzeit würden diese Fragen in Fächern wie Religion, Ethik, Gesellschaftskunde, Geschichte oder Philosophie bearbeitet. Kritisch bewertet die GEW-Chefin auch, dass geflüchtete Kinder und Jugendlichen derzeit erst nach einer längeren Wartezeit Schulunterricht bekämen. „Hier sind weitere Anstrengungen nötig“, forderte Tepe.

Für Flüchtlingskinder sei bundesweit die „Beschäftigung mit dem deutschen Rechtssystem und der Werteordnung des Landes wichtig“, heißt es in einem Papier der Unions-Fraktionsspitzen, das zuvor bekannt wurde. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) äußerte sich zustimmend, verwies aber auf die Zuständigkeit der Länder.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN