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03.05.2018, 18:54 Uhr KOMMENTAR

Warum die Verteidigungsministerin falsche Prioritäten setzt

Kommentar von Claudia Scholz

Auch zu Beginn der zweiten Amtszeit von Ursula von der Leyen reißt die Pannenserie bei der Bundeswehr nicht ab. Jetzt verlieren schon Piloten ihre Lizenzen. Hubschrauber sind kaum einsatzbereit. Archivbild: dpaAuch zu Beginn der zweiten Amtszeit von Ursula von der Leyen reißt die Pannenserie bei der Bundeswehr nicht ab. Jetzt verlieren schon Piloten ihre Lizenzen. Hubschrauber sind kaum einsatzbereit. Archivbild: dpa

Osnabrück. Die Pannenserie der Bundeswehr reißt nicht ab. Jetzt verlieren auch noch Hubschrauberpiloten der Bundeswehr wegen mangelnder Flugstunden immer wieder ihre Lizenzen. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen muss endlich ihre Prioritäten richtig setzen.

Auch zu Beginn der zweiten Amtszeit von Ursula von der Leyen reißt die Pannenserie bei der Bundeswehr nicht ab. Jetzt verlieren schon Piloten ihre Lizenzen. Die Ministerin ist nicht allein schuld, dass die Armee zum Sanierungsfall wurde. Doch in den bisherigen vier Jahren im Amt hätte sie deutlich mehr positiv bewegen können.

Kämpft auf Nebenkriegsschauplätzen

Offensichtlich hat sie aber falsche Prioritäten gesetzt. Statt sich um das Kerngeschäft zu kümmern, kämpfte die Ministerin auf Nebenkriegsschauplätzen. Sie hätte sich weniger um Kitas und das Image der Bundeswehr als Wohlfühlarmee kümmern, sondern die Truppe einsatzfähig machen sollen. Familienfreundlichkeit allein macht einen Arbeitgeber nicht attraktiv, sondern dass er funktionstüchtig ist. Wie soll die Verteidigungsministerin das Militär motivieren, wenn es nicht sinnvoll arbeiten kann? Da helfen auch die vielen aufwendig produzierten, fröhlichen Werbekampagnen nichts, in denen Soldaten in funktionierenden Maschinen agieren.

Nato-Verpflichtungen nachkommen

Aus der bedingt einsatzfähigen Armee eine wehrbereite zu machen ist wichtig, denn Deutschland steht zunehmend unter Druck, bei internationalen Krisenfällen zu helfen. Auch muss es seinen Nato-Verpflichtungen nachkommen. Darauf pocht bekanntlich auch Trump. Von der Leyens Idee einer europäischen Armee erscheint ebenfalls unrealistisch angesichts der deutschen Ausrüstungsmängel. Die Ministerin sollte ihre ambitionierten Pläne erst einmal zurückstellen und die jetzige Truppe besser ausstatten.


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