Zum „Tag der Arbeit“ Den digitalen Kapitalismus gestalten

Von Uwe Westdörp

Digitale Welten: Stand des Fraunhofer-Instituts auf der Hannover-Messe. Foto: dpaDigitale Welten: Stand des Fraunhofer-Instituts auf der Hannover-Messe. Foto: dpa

Osnabrück. Seit rund 130 Jahren begehen Gewerkschaften am 1. Mai den „Tag der Arbeit“. Die Gewerkschaften sorgen sich aktuell verstärkt um die Folgen der Digitalisierung - zu recht.

Die Arbeitslosigkeit ist niedrig, die Zahl der Erwerbstätigen hoch, und die Bundesregierung hält Vollbeschäftigung für möglich: Selten stand der 1. Mai, der „Tag der Arbeit“, unter so guten Vorzeichen. Dennoch gibt es keinen Grund, auch nur eine Demo abzusagen und es sich in der Hängematte bequem zu machen.

Stattdessen braucht es den permanenten Druck der Gewerkschaften. Auch wenn die Zahl der Mitglieder sinkt – die Gewerkschaften sind und bleiben die unverzichtbare Stimme der Arbeitnehmer – weit über Tarifkonflikte hinaus, wie etwa die Problemfelder Renten und Pflege zeigen..

Größte aktuelle Herausforderung ist aber die Digitalisierung der Wirtschaft, Wie andere technologische Umbrüche der Vergangenheit bietet sie jede Menge Chancen, aber natürlich auch Risiken. Millionen von Jobs werden überflüssig werden, während an anderen Stellen Millionen von neuen Stellen entstehen. Zugleich löst sich Arbeit durch globale Vernetzung von Zeit und Raum. Und wo bleibt da der Mensch?

Gewerkschaften, Arbeitgeber und nicht zu letzt auch der Gesetzgeber stehen in der Pflicht, den digitalen Kapitalismus zu gestalten, national und international. Es braucht neue Regeln – nicht nur im Sinne zukunftsfester Unternehmen, sondern auch zum Schutz der Arbeitnehmer, denen sonst neue Formen der Ausbeutung drohen.