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29.04.2018, 16:01 Uhr KOMMENTAR ZU LEBENSMITTELVERPACKUNGEN

Agrarministerium? Ankündigungsministerium!

Kommentar von Dirk Fisser

Lebensmittel im Supermarkt: Was ist drin? Was steht drauf? Foto: dpaLebensmittel im Supermarkt: Was ist drin? Was steht drauf? Foto: dpa

Osnabrück. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) will sich um eine bessere Kennzeichnung von Inhaltsstoffen auf Lebensmittelverpackungen kümmern. Keine ganz neue Idee... ein Kommentar.

Die mediale Dauerpräsenz von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner ist beeindruckend. Seit Amtsantritt vergeht fast kein Tag ohne einen Vorschlag oder eine Idee aus dem Agrarressort. Wirklich eigene Akzente setzt Klöckner aber bislang nicht. Viel mehr schöpft sie aus dem Ankündigungsschatz, den ihr Vorgänger Christian Schmidt und zum Teil noch dessen Vorgänger Hans-Peter Friedrich und Ilse Aigner hinterlassen haben. Ja, das Agrarministerium ist ein Ankündigungsministerium. Wirklich weiter kommt die Debatte um Lebensmittelproduktion und Ernährung in Deutschland nicht. Auch der Vorstoß der Ministerin zur Kennzeichnung von Inhaltsstoffen auf Lebensmittelverpackungen ist eine ziemlich alte Diskussion.

Ein Blick ins europäische Ausland: In Dänemark gibt es ein staatliches Tierwohllabel, die Briten haben eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke eingeführt und die Franzosen verbieten Bezeichnungen wie Veggie-Wurst. Man mag davon halten was man will, aber wenigstens geht es bei den Nachbarn voran.