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27.04.2018, 18:03 Uhr DRITTES RETTUNGSPAKET LÄUFT AUS

Griechenland: Drama ohne Ende

Von Manuel Glasfort


Finanzminister Olaf Scholz (SPD) steht in Sachen Griechenland vor schwierigen Entscheidungen. Foto: dpaFinanzminister Olaf Scholz (SPD) steht in Sachen Griechenland vor schwierigen Entscheidungen. Foto: dpa

Osnabrück. Eine große Tranche noch, dann läuft das dritte Kreditpaket für Griechenland aus, und das Land kann sich im besten Fall wieder selbst finanzieren. Ende gut, alles gut im Schuldendrama? Unwahrscheinlich.

Denn erstens haben die europäischen Geldgeber noch eine lange Liste mit Forderungen, die sie von Athen umgesetzt sehen wollen. Die Gespräche sollen in den kommenden Wochen stattfinden. Zweitens steht die Forderung des IWF nach einem weiteren Schuldenschnitt im Raum. Hier sollte Finanzminister Scholz nicht nachgeben. Der Schuldenberg von mehr als 300 Milliarden Euro wirkt zwar gigantisch. Jedoch sind die Kreditgeber dem Land schon mehrfach entgegengekommen und haben die Zinsen gesenkt, den Tilgungsbeginn verschoben, die Laufzeiten gestreckt. Dank dieser Vorzugsbedingungen sollte Griechenland den Schuldendienst stemmen können – vorerst. Was aber, wenn Athen nach Ende des Hilfsprogramms Reformen zurückdreht oder die Wirtschaft einbricht?

Am tragischsten ist jedoch, dass Griechenland auch nach acht Jahren und Hunderten Milliarden Euro Krediten in einem miserablen Zustand ist. Trotz leichten Wirtschaftswachstums ist mehr als jeder fünfte Grieche ohne Job, unter den Jüngeren sind es sogar vier von zehn. Das Drama ist noch nicht vorbei, Griechenland wird ein Sorgenkind bleiben.


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