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26.04.2018, 16:53 Uhr KOMMENTAR

Altersfeststellung bei Flüchtlingen: Mehr Expertise!

Kommentar von Stefanie Witte

Röntgenaufnahmen können Aufschluss über das Alter eines Menschen geben. Foto: dpaRöntgenaufnahmen können Aufschluss über das Alter eines Menschen geben. Foto: dpa

Osnabrück. Die CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer hat recht, wenn sie klare Regeln und ein einheitliches Verfahren zur Altersfeststellung junger Migranten fordert.

Jede Behörde handhabt diese Prüfung anders – mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg und Motivation. Unterm Strich ist erwiesen, dass ein erheblicher Teil von angeblich Minderjährigen längst erwachsen ist. Um Falschangaben zum Alter aufzudecken, braucht es jedoch Expertise.

Das Problem lässt sich zumindest ein Stück weit durch die Einrichtung der sogenannten Ankerzentren lösen – also Unterkünften, in denen nicht nur über einen Asylantrag entschieden, sondern auch die Identität des Bewerbers ermittelt werden soll. Hier müssen Experten, die auf Altersfeststellung spezialisiert sind, abschließende Urteile fällen – wenn nötig mithilfe ärztlicher Unterstützung.

Zwar ist häufig nicht hundertprozentig sicher, ob jemand 17 oder 18 ist. Doch ob ein vermeintlicher Teenager längst in seinen Zwanzigern ist, lässt sich durchaus belegen.

Im zweiten Schritt müssen Sanktionen so hart sein und konsequent angewendet werden, dass sie potenzielle Betrüger tatsächlich abschrecken. Das gebietet schon die haushälterische Vernunft. Schließlich kostet die Unterbringung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge viel Geld.


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