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25.04.2018, 18:04 Uhr PERSONALMANGEL IN ALTENHEIMEN

Pflegenotstand ist längst Realität

Kommentar von Manuel Glasfort

Im letzten Lebensabschnitt sind viele Menschen auf Hilfe angewiesen. Doch das Pflegesystem ist überlastet und mit zu wenig Personal ausgestattet. Foto: dpaIm letzten Lebensabschnitt sind viele Menschen auf Hilfe angewiesen. Doch das Pflegesystem ist überlastet und mit zu wenig Personal ausgestattet. Foto: dpa

Osnabrück. Das ist peinlich: Da einigt sich die schwarz-rote Koalition darauf, 8000 zusätzliche Jobs im Pflegebereich zu schaffen, und muss nun kleinlaut einräumen, dass mehr als viermal so viele Stellen in der Alten- und Krankenpflege unbesetzt sind. Der Pflegenotstand ist Realität.

Die Bundesregierung unternimmt zu wenig, um die Notlage in den Heimen und Kliniken zu lindern. Den Menschen dort steht eine menschenwürdige Behandlung zu.

Der starke Personalmangel lässt sich nicht auf eine einzige Ursache zurückführen. Dank der guten Konjunktur herrscht vielerorts Vollbeschäftigung, Arbeitskräfte fehlen nicht nur in der Pflege. Dennoch müsste die Personallücke nicht derart groß sein, wenn der Beruf attraktiver würde. Die Altenpflege ist ein Knochenjob, körperlich und psychisch stark belastend. Das sollte sich auch in der Bezahlung widerspiegeln. Es ist auch dem Idealismus der Altenpfleger zu verdanken, dass das System – wenn auch leidlich – überhaupt noch funktioniert.

Nicht genug, dass die Bundesregierung keine Abhilfe schafft, sie droht die Missstände sogar noch zu verschärfen. Erst vor wenigen Tagen warnten die Arbeitgeber, die neuen Ausbildungsinhalte für Pflegekräfte überforderten Auszubildende und schreckten sie ab. Das verheißt nichts Gutes.


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