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25.04.2018, 17:22 Uhr GEBERKONFERENZ IN BRÜSSEL

Syrien braucht nicht nur Hilfe, sondern Frieden

Kommentar von Uwe Westdörp

Kriegszerstörungen im syrischen Duma. Foto: dpaKriegszerstörungen im syrischen Duma. Foto: dpa

Osnabrück. Eine Friedenslösung für Syrien ist nicht in Sicht, doch wenigstens bei der humanitären Hilfe bringt die internationale Gemeinschaft etwas zustande: Für Nahrungsmittel und medizinische Versorgung werden wieder einige Milliarden Dollar zur Verfügung stehen. Damit kann aber nur das schlimmste Leid gelindert werden, während die Perspektiven unklar bleiben. Ein Kommentar

Jeder Euro zählt. Not und Leid auf dem Schlachtfeld Syrien und in seinem Umfeld sind unermesslich. Millionen mussten fliehen, unzählige harren aus in Hunger und Elend. Die Milliardenhilfen der Geberkonferenz für Syrien sind so notwendig wie nie zuvor. Schade nur, dass die Zusagen wohl hinter denen von 2017 zurückbleiben.

Notwendig sein werden auch massive Wiederaufbauhilfen. Denn ansonsten bleibt Syrien ein Ort der Verzweiflung und damit eine Brutstätte für Gewalt und Terror. Zu Recht fordern westliche Politiker wie Heiko Maas aber, dass es zugleich eine politische Lösung geben muss. Alles andere würde darauf hinauslaufen, die auf Bürgerkrieg, Mord und Totschlag beruhenden Machtverhältnisse zu zementieren.

An die Stelle dieses Chaos‘ muss eine neue Ordnung treten – mit einer demokratischen Verfassung und einer frei gewählten Regierung. Noch ist das leider nur eine Vision. Auch ist nicht absehbar, dass Machthaber Baschar al-Assad abgesetzt wird – jedenfalls solange nicht, wie Wladimir Putin seine Hand über den mutmaßlichen Kriegsverbrecher hält. Alle Friedensinitiativen müssen deshalb mit Moskau abgestimmt werden. Am machtbewussten Putin führt kein Weg vorbei, was die Dinge nicht einfacher macht.


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