Kommentar 10.000 Flüchtlinge: Die Kapazitäten sind da

Eine legale Alternative zum lebensgefährlichen Weg übers Mittelmeer wollen die EU-Staaten schaffen. Foto: dpaEine legale Alternative zum lebensgefährlichen Weg übers Mittelmeer wollen die EU-Staaten schaffen. Foto: dpa

Osnabrück. Deutschland soll schon wieder mehrere Tausend Flüchtlinge zusätzlich aufnehmen? Eine solche Nachricht wird die Heftigkeit in der Debatte verstärken. Dennoch ist die Entscheidung im Kern richtig.

Sicher – es wirkt auf den ersten Blick unverständlich, sogar ungerecht, dass ausgerechnet Deutschland einen großen Teil der Flüchtlinge aufnehmen soll, die nun aus Nordafrika und dem Nahen Osten legal in die EU reisen sollen. Zumal die Bundesrepublik im vergangenen Jahr mehr Schutzgesuche von Flüchtlingen positiv beschieden hat, als alle übrigen EU-Staaten zusammen. Dass hier nachgesteuert werden muss, kann aber nicht bedeuten, dass sinnvolle Pläne an anderer Stelle auf Eis gelegt werden – wie etwa die längst überfällige Reaktion der Staatengemeinschaft auf die Migrationsbewegung von nordafrikanischen Küsten Richtung EU. Deutschland hat Kapazitäten zu helfen, und sollte dies auch tun. Zugleich wird an der Rückführung von Migranten gearbeitet, die keinen Anspruch auf Aufenthalt haben. Es ist nun an der neuen Bundesregierung, den Schritt bestmöglich zu vermitteln und vor allem Unterbringung und Integration vorzubereiten.

Und auch wenn man nicht vergessen darf, dass es hier um Menschen mit individuellen Schicksalen geht: 10000 sind im Verhältnis zu Hunderttausenden, die Deutschland allein im vergangenen Jahr akzeptiert hat, eine verschwindend geringe Zahl.


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