zuletzt aktualisiert vor

Mutmaßlicher Angriff auf staatliche Einrichtungen USA und Großbritannien warnen vor globaler russischer Cyberattacke

Russland hat nach Angaben der USA und Großbritanniens eine großflächige Cyberattacke verübt. Symbolfoto: Yui Mok/PA Wire/dpaRussland hat nach Angaben der USA und Großbritanniens eine großflächige Cyberattacke verübt. Symbolfoto: Yui Mok/PA Wire/dpa

dpa/AFP London. Die USA und Großbritannien haben vor einer global angelegten Cyberattacke aus Russland gewarnt. Das britische nationale Zentrum für Cybersicherheit, das FBI und das US-Ministerium für Heimatschutz veröffentlichten am Montag dazu eine gemeinsame Erklärung.

Auf Basis von Geheimdiensterkenntnissen werden dort detailliert die Methoden aufgelistet, mit denen russische Hacker in großem Umfang Netzwerkinfrastrukturen infiltriert hätten. Diese Vorbereitung könne einen Cyberangriff nahelegen, so die Experten.

Nach den Worten des Vize für Cyber-Sicherheit aus dem Weißen Haus, Rob Joyce, gehen die USA mit großer Sicherheit von einer russischen Urheberschaft aus. Im Fokus eines geplanten Angriffs stünden demnach Millionen von Geräten, die für die Weitergabe von Daten im Internet zuständig sind.

Im Detail betroffen sind den Angaben zufolge Systeme, die mit Cisco Smart Install SMI ausgestattet sind, das Netzprotokoll Generic Routing Encapsulation GRE und das Netzwerkprotokoll SNMP, das Netzwerkelemente wie Router, Server oder Computer steuert und überwacht.

Ziel der Cyberattacken sei es, die Arbeit anderer Regierungen zu stören und geschäftliche Aktivitäten zu destabilisieren, erklärte ein Sprecher der britischen Regierung. Er nannte die Angriffe ein weiteres Beispiel für Russlands „Missachtung von internationalen Normen und der globalen Ordnung“.

Der Experte der US-Bundespolizei FBI, Howard Marshall, betonte, die neue Attacken fügten sich in ein Muster von „bösartigen“ Cyber-Aktivitäten der russischen Regierung ein. Laut der gemeinsamen Erklärung des FBI, des US-Heimatschutzministeriums und des Nationalen Cybersicherheitszentrums von Großbritannien richten sich die Cyberattacken unter anderem gegen Internetprovider und andere Dienstleister der Online-Infrastruktur.

Betroffen seien auch Internetnutzer im „Home Office“, also mit dem Arbeitsplatz daheim. Zu den konkreten Zielscheiben der Attacken gehören den Angaben zufolge Installationen wie Router, Switches und Firewalls. Die Hacker wollten der Spionage den Weg bahnen, geistiges Eigentum rauben und dauerhaften Zugang zu den Netzwerken der Opfer gewinnen, warnten die Behörden.