Ein Bild von Uwe Westdörp
13.04.2018, 17:10 Uhr DEBATTE ÜBER GRUNDSATZPROGRAMM

Damit die Grünen nicht in der Öko-Ecke verkümmern

Von Uwe Westdörp


Wollen die Grünen offener machen: die  neuen Bundesvorsitzenden Annalena Baerbock und Robert Habeck. Foto: dpaWollen die Grünen offener machen: die neuen Bundesvorsitzenden Annalena Baerbock und Robert Habeck. Foto: dpa

Osnabrück. Mehr als ein halbes Jahr nach der Bundestagswahl starten die Grünen die Debatte um ein neues Grundsatzprogramm. Klares Ziel: Sie wollen nicht in der Öko-Ecke verkümmern und ihren Blick deutlich weiten. Ein Kommentar.

Raus aus der Öko-Nische und mit ökologischem Weitblick alle Lebensbereiche erfassen: So stellt sich die Grünen-Spitze den Neustart der Partei vor. Sie zeigt sich dementsprechend extrem offen – etwa für eine engere Zusammenarbeit mit der Wirtschaft und für die Nutzung neuer Technologien. Das sind deutliche Signale der Erneuerung.

Setzen sich die ehrgeizigen Vorsitzenden Annalena Baerbock und Robert Habeck durch, treten die Grünen in ihre nächste Phase ein. Sie starteten als Protestpartei, verstanden sich dann lange Jahre als natürliche Partner der SPD, bevor sie sich als Meister des Spagats erwiesen und unterschiedlichste Koalitionen eingingen, von Rot-Rot-Grün bis Grün-Schwarz.

Die vierte Phase, die Baerbock und Habeck jetzt einleiten wollen, ist überfällig. Denn es bedarf kluger Leitsätze und klarer Ziele, wenn man sich politisch so flexibel zeigt. Immer wieder gibt es den Verdacht der Beliebigkeit – frei nach dem Motto: Wer nach allen Seiten offen ist, ist nicht ganz dicht.

Lösen lässt sich das Problem nur mit den richtigen Weichenstellungen. So ist es richtig, die ökologische Frage klarer mit der ökonomischen und der sozialen Frage zu verbinden. Und wer könnte das besser als die Grünen?


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN